1. Unter Punkt 1 bis 4 stehen die Flüchtlinge

    Rückblick und Aussichten von Bürgermeister Martin Franke zum Jahresende / Herausforderungen, Schwierigkeiten und Chancen

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    Die "alte Quote"– die Anzahl derer, die Rehburg-Loccum aufnehmen müsse – sei Anfang 2015 aufgearbeitet worden. "Als wir aber dachten, wir hätten es geschafft, ging es erst richtig los." Viele weitere Wohnungen benötigte die Stadt, um Flüchtlinge aufzunehmen – rund 100 Menschen aus vielen Ländern sind mittlerweile in allen Ortsteilen untergebracht. Dezentral ist die Unterbringung bislang und darüber ist Franke froh. 36 Menschen mehr müsste die Stadt nach aktuellem Stand eigentlich noch aufnehmen, zudem rechnet der Bürgermeister damit, dass die Quote Anfang 2016 nochmals aufgestockt wird und weitere 50 Menschen dann Wohnung in Rehburg-Loccum bekommen sollen. Sobald es soweit ist, befürchtet er, dass dezentrale Lösungen nicht mehr realisierbar sind. Um die Aufgaben zu bewältigen, habe die Verwaltung personell aufstocken müssen. Mit rund 60.000 Euro zusätzlichen Personalkosten rechnet Franke für 2016. Neben den Aufgaben, Wohnraum anzumieten und zuzuweisen, kümmere sich die Verwaltung auch koordinierend um die Integration – dieser Bereich werde durch das Familien-Servicebüro der Stadt abgedeckt. Gelingen könne diese Integration allerdings nur im Verbund mit vielen anderen. Franke nennt stellvertretend das Netzwerkbüro "Ehrenamt vor Ort", die Evangelische Heimvolkshochschule Loccum und etliche Rehburg-Loccumer, die als Dolmetscher zur Verfügung stehen. Eine positive Auswirkung des Zustroms von Flüchtlingen sei die Beseitigung von Leerständen. Hatte die Stadt im Jahr zuvor noch darüber geklagt, dass viele Häuser und Wohnungen nicht mehr bewohnt seien, so sieht diese Situation nun ganz anders aus. Wobei der Bürgermeister allerdings auch betont, dass Wohnungen nicht nur von Flüchtlingen neu genutzt würden. Auch "ganz normaler" Zuzug sei in der Stadt wieder zu verzeichnen. Beides führe außerdem dazu, dass die Diskussionen der vergangenen Jahre über mögliche Schließungen von Kindergartengruppen aller Voraussicht nach hinfällig sind. "Wir laufen voll und müssen über Aufstocken nachdenken", sagt er. Auswirkungen könne das auf die Planungen zum Bildungshaus in Münchehagen haben. Dort hofft Franke darauf, dass solch ein Bildungshaus als Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule zum Schuljahr 2016/2017 Wirklichkeit wird. Drei Monate zuvor sei noch klar gewesen, dass von dem zweizügigen Kindergarten nur eine Gruppe bleiben solle – zu viele freie Plätze gab es, um noch zwei Gruppen füllen zu können. Nun allerdings müsse sich die Stadt ernsthaft mit der Frage beschäftigen, ob eine zweite Gruppe nicht doch sinnvoll sei. Eventuell werde der Kindergarten an seinem jetzigen Standort seinen Betrieb zusätzlich weiterlaufen lassen. Die Entscheidung für das Bildungshaus an sich – das zum Schuljahr 2018/2019 mit dem Auslaufen der Förderschule auch in Rehburg eingerichtet werden soll – sei richtig. Ein sehr langer Prozess, der im Februar 2015 mit vielen Beteiligten gestartet sei, gehe dem voran. Wichtige Weichenstellungen habe es in Rehburg-Loccum aber auch in anderen Bereichen in diesem Jahr gegeben. So würden etwa die Arbeiten für den "Stadtplatz" in Rehburg noch vor Jahresende beginnen. Ende 2016 soll der Platz neben dem Rathskeller fertig sein, inklusive des neuen Gebäudes für die städtische Bücherei. Als erfreulich sieht Franke es an, dass der Stadtrat diesem Vorhaben geschlossen zugestimmt hat – das Ortsteildenken sei mittlerweile gut überwunden. Eine weitere große Maßnahme in Rehburg ist zudem mit der Umgestaltung der Ortsdurchfahrt in diesem Jahr vorbereitet worden und soll ebenfalls in 2016 begonnen werden. Ziel müsse es bei dieser großen Straßenbaumaßnahme auf jeden Fall sein, die Belange der ansässigen Betriebe so wenig wie möglich zu beeinträchtigen. Auf den Ausblick auf 2016 angesprochen nennt Franke den Faulturm an der zentralen Kläranlage in Rehburg, über den seit Jahren bereits gesprochen wird und für den im kommenden Jahr die Planungen vorgenommen werden sollen. Als unspektakulär könne dieser Faulturm angesehen werden, sei aber mit riesigen Investitionen verbunden. Weiterhin müssten die Konzessionen für Strom und Gas neu vergeben werden. Und dann bestehe noch die Hoffnung auf die Aufnahme in ein neues Dorfentwicklungsprogramm, von dem dann Münchehagen, Winzlar und Loccum profitieren sollten. Für Loccum plane die Stadt, ein neues Baugebiet einzurichten. Die Nachfrage dort sei gut, das Baugebiet am Scheibenstand voll. Im kulturellen Bereich stehe zudem die Umgestaltung der "Romantik Bad Rehburg" immer noch auf dem Plan. Gespräche im Bezug auf Co-Finanzierungen bei den Planungen würden laufen. Er hoffe darauf, sagte Franke, dass die Umgestaltung im kommenden Jahr realisiert werde. Und auch den Tourismus will er weiterhin voranbringen – die Vernetzungsarbeit mit touristischen Partnern wie dem Kloster Loccum und dem Dino-Park Münchehagen solle noch weiter intensiviert werden. Foto: jan

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