Lügde (afk). Was tun mit unserer kahlen, weißen Hauswand? Über diese Frage dachten schon seit geraumer Zeit die Eheleute Stumpe nach. Farbe sollte auf jeden Fall her. Doch wer konnte es an die Wand bringen? Und welches Motiv war das Beste? Ingo Stumpe wandte sich mit seinem Anliegen an Uwe Tillmanns, den Rektor der Johannes-Gigas-Schule. Der wiederum fand in Kunstlehrerin Nicola Stempel eine Kollegin, die nach anfänglichem Zaudern mit den Schülern der Klasse 10a auf Motivsuche ging und bei vier Mädchen Erfolg hatte: Nadine Oppermann, Johanna Gröne, Elisabeth Kusmin und Anna Maria Hartmann hatten mit ihrem Motiv eines rollenden Osterrades überzeugt und waren nur zu gern bereit, es auf die Hauswand zu malen. Dass das nicht ganz unproblematisch war, ließ sich auch an dem schlechten Wetter festmachen, das das Werk wochenlang verhüllt ruhen ließ.
Doch am Ende war es geschafft! Am Haus in der Brückenstraße 16, direkt gegenüber dem Dechenheim und am Fuße des Osterbergs gelegen, rollt von nun an ganzjährig ein großes Osterrad den Berg hinunter. Zudem hat das Motiv auch noch einen sehr engen Bezug zu den Bewohnern, denn Ingo Stumpe stammt aus der Familie, deren Namen seit Jahrzehnten mit dem Osterräder-Brauchtum untrennbar verbunden ist. In Anwesenheit von Bürgermeister Heinz Reker, Schulleiter Uwe Tillmanns und Torben Blome, Geschäftsführer des Dechenvereins, bedankte sich Hausherr Ingo Stumpe mit herzlichen Worten und einem Blumenstrauß– natürlich mit eingearbeitetem Osterrad - bei den vier Mädchen und ihrer Lehrerin: "Ihr habt mit dem Osterrad ein ganz tolles Bild geschaffen, über das wir uns sehr freuen." Und er versprach den jungen Künstlerinnen: "Wir werden noch eine Tafel mit euren Namen anbringen!" Warum gestaltet man als Zehntklässlerin bei Kälte und Wind lieber eine Hauswand als auf Papier zu zeichnen? Die Antwort ist für Anna Maria und ihre Mitstreiterinnen ganz klar: "Ein Blatt Papier schmeißt man irgendwann mal weg, dies hier bleibt für immer." Mit viel Spaß und Engagement hatten sich die Mädchen ans Werk gemacht und sie würden einen solchen Auftrag gerne noch einmal annehmen: "Wir sind noch ein halbes Jahr auf der Schule."
