Detmold (hö). Mit Musik verbindet man Kulturen. So feierten die Gäste der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) an der Adenauerstraße mit Mitarbeitern des Arbeiter-Samariter-Bundes und ehrenamtlichen Helfern im "Café Welcome" in der vergangenen Woche die Adventszeit.
Weder Religion noch Herkunft trennten die Tänzerinnen und Tänzer, ob Klein oder Groß, in ihrer gemeinsamen Aktion. "Mit der Adventsfeier wollten wir Abwechslung und Freude in das Leben der Gäste und unseres einbringen" so die Einrichtungsleiterin Tabea Beer. Neben dem weihnachtlich geschmückten Café Welcome wurde auch musikalisch einiges geboten. Micky Meinert und seine Freunde hatten von der Idee über Mira Sic erfahren, die Micky beim Ohrenschmaus angesprochen hatte und sagten sofort zu. Mit Reggae-Musik von Bob Marley oder "Lass Sie uns umarmen" aus der Single "Wahnsinnlich" bescherten die Musiker ihren Gästen einen Abend voller Leichtigkeit und Beschwingtheit. Dass der Arbeiter-Samariter-Bund mit seinen 50 Festangestellten und 100 freiwilligen Helfern einen fundamentalen Beitrag zur Integration von geflohenen Menschen beiträgt, sah man in der Dankbarkeit der Gäste, die sich endlich in Frieden und Sicherheit den schönen Seiten des Lebens hingaben. Unter ihnen war auch Judi Hami (18), die als kurdisch-muslimische Syrerin seit gerade mal seit 29 Tagen mit ihrer Familie in Deutschland ist. Mit selbst beigebrachtem Englisch sowie Händen und Füßen suchte sie den Kontakt zu Einheimischen. Den fand sie in auch Person der stellvertretenden Bürgermeisterin Christ-Dore Richter, die die Adventsfeier besuchte. Als ehemalige langjährige Rektorin der Grundschule in Hakedahl und Vorsitzende im Ausländer-Beirat liegen ihre Schwerpunkte im Bereich Soziales, Schule und Kultur. Da sie sich selbst als Zugewanderte sieht – sie stammt aus Oberschlesien, dem heutigen Polen – war es ihr ein persönliches Anliegen, dieser Aktion beizuwohnen. "Die Gäste empfinden es als Ehre, wenn sich jemand aus der Politik um sie kümmert" so die stellvertretende Bürgermeisterin. Sich um andere zu kümmern ist auch für Alban Dega (20) eine Lebensaufgabe. Der selbst aus Albanien Geflohene kam vor einem Jahr nach Deutschland und fand in der schönen Stadt am Teutoburger Wald eine neue Heimat. Nach vielen Irrwegen, verursacht durch den "Königsteiner Schlüssel", der festlegt, wo ein Flüchtling aufgenommen wird, hilft er nun selbst im Arbeiter-Samariter-Bund geflohenen Menschen. Im Rahmen seiner Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement lernt er hierfür die Grundsteine der Bürokommunikation. Bis in die Abendstunden genossen alle Akteure die friedliche und inspirierende Musik, gespielt auf Instrumenten aus aller Welt und dazu das leckere Weihnachtsgebäck, das die freiwilligen Helfer dazu reichten.
