1. "Das ist ja ganz anders als die Gerichtsshows im Fernsehen!"

    Schulstunde im Amtsgericht mit einer Rechtsanwältin

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    Bad Pyrmont/Lügde (afk). Seit mehreren Jahren bietet die aus Lügde stammende Rechtsanwältin Stephanie Krause von der Anwaltskanzlei Backhaus & Partner aus Barntrup und Lügde den Zehntklässlern der Pyrmonter Herderschule die Möglichkeit, an Gerichtsverhandlungen im Amtsgericht Hameln teilzunehmen. So konnten die Jugendlichen auch jetzt wieder den Verhandlungsverlauf, die Zeugenbefragung und Urteilsfindung bei Körperverletzung, Urkundenfälschung oder Diebstählen im Zusammenhang mit Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz direkt mitverfolgen und dabei feststellen, dass sich die Wirklichkeit doch deutlich von den zahlreichen Gerichtsshows im Fernsehen unterscheidet. "Der Richter hatte ja gar keinen Holzhammer und die Beteiligten sprachen ja sehr vernünftig und freundlich miteinander", staunte etwa Luca. Im Anschluss an die Sitzung durften die Jugendlichen noch Fragen an die Vorsitzende Richterin, die Staatsanwältin und den Jugendgerichtshelfer stellen. Auf den ersten Blick erschienen den Besuchern die Urteile zu milde, nach der Aussprache aber durchaus angemessen. Erstaunt waren sie auch darüber, was im Bundeszentralregister alles an Informationen zu den Delinquenten zusammengetragen wurde. Den Abschluss des Besuchstages bildete die Besichtigung einer Arrestzelle mit ausführlichen Erläuterungen eines Justizbeamten zur Sicherheitsverwahrung. "Das ist ein Ort, an dem ich mich nicht gerne länger aufhalten möchte – so ganz ohne Fernseher, Radio oder Smartphone", ließ Samuel keine Zweifel an seinen Eindrücken. Nach der Rückkehr in die Schule informierte Rechtsanwältin Stephanie Krause die Schüler noch über die typischen, von Jugendlichen begangenen Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten, als da wären: Mofa frisieren, Fahren ohne Fahrerlaubnis, illegales Herunterladen von Film- oder Musikdateien oder die Verletzung des Rechts am eigenen Bild. Den Schwerpunkt ihres Vortrages aber legte sie auf die Rolle als Opfer krimineller Handlungen. "Nicht um euch zu verängstigen, sondern um euch Mut zu machen, eure Rechte wahrzunehmen", betonte die Juristin. Mit Applaus und einem Blumenstrauß, überreicht von den beiden Klassensprechern Madeline Rust und Burak Günver, wurde Stephanie Krause in der Hoffnung verabschiedet, dass sie auch kommenden 10. Klassen eine Unterrichtsstunde im Gerichtssaal ermöglicht.

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