Bad Salzuflen (rto). Die Zahl der Menschen, die in Deutschlang Zuflucht suchen, steigt stetig an. Mit ihr auch die Zahl der schulpflichtigen Kinder. Für diese Gruppe der Schutzsuchenden ist es zu allererst wichtig, die deutsche Sprache zu lernen, damit sie in unserem Schulsystem und im späteren Leben ihren Platz finden und ausgebildet werden können. Im Schulzentrum Aspe werden derzeit 16 Kinder und Jugendliche in der Realschule und noch einmal zwanzig in zwei Klassen in der Gesamtschule unterrichtet. Die beiden Schulleitungen gaben jetzt Einblicke in ihre Arbeit. Die vorrangige Aufgabe in beiden Schulen ist zunächst der Deutschunterricht. Doch werden die Kinder ihrem Alter entsprechend auch im Unterrichtsstoff der Regelklassen ihrer Altersstufe unterrichtet. Dass dies nicht immer leicht ist, weil Geburtsurkunden oder andere Papiere mit dem Hinweis auf das tatsächliche Alter fehlen, wurde jetzt bei einem Pressegespräch mit Vertretern beider Schulsysteme klar. Dazu komme noch, dass manche der Kinder oft noch Analphabeten sind oder ihnen die lateinische Schrift nicht bekannt ist, sagen die Lehrerinnen Susanne Detering von der Realschule und Michaela Gelke von der Gesamtschule. Hinzu kommen oft auch kulturelle oder ethnische Probleme, die von den Lehrkräften und im Fall der Realschule, den freiwilligen Helfern aus dem Weg geräumt werden müssen. In geduldigen Diskussionen und dem Hinweis auf die Pluralität unserer Gesellschaft, aber auch im Miteinander der Kinder und Jugendlichen untereinander gelinge dies aber schon nach kurzer Zeit, war sowohl von der Realschule als auch von der Gesamtschule zu hören. Interessanterweise sind die überwiegend muslimischen Kinder derzeit stark am Weihnachtsbrauch interessiert. Die Pädagogen loben das Engagement der deutschen Schülerinnen und Schüler. In der Realschule gibt es zum Beispiel Patenschaften zwischen den Neuankömmlingen und der bilingualen Klasse 9b. Hier wird in der internationalen Klasse neben dem Deutschunterricht auch in den Fächern Mathematik, Politik und Alltagskunde unterrichtet, bevor es in die Regelklassen geht. In der Gesamtschule arbeiten die Kinder in zwei unterschiedlichen Klassen, die nach dem jeweiligen Niveau der Schüler aufgebaut sind. Sie nehmen auch ihren Leistungen entsprechend an AGs teil. Die Vertreter beider Schulen sind begeistert über die Wissbegierde der jungen Neuankömmlinge, bedauern aber auch, dass es durch Zuzüge und mögliche Abschiebungen oder Wegzüge innerhalb der Klassen zu Fluktuationen kommt. Beide Schulleiter, sowohl Ulrich Gninka von der Realschule als auch Christiane Höke von der Gesamtschule, sind bei aller positiven Bewertung der Arbeit ihrer Kollegen sowie der Schüler dennoch der Meinung, dass die Leistungsgrenze ihrer beiden Schulen inzwischen erreicht ist. Wie die Konrektorin der Realschule, Jurina Kroker sagte, nutze man sogar derzeit Spenden und in diesem Jahr erstmal auch die Einnahmen der Weihnachtsfeier der Realschule, um die internationalen Klassen besser auszustatten. Gerne werden auch Fahrräder angenommen. Viele der Kinder können oft nicht nur nicht schwimmen, sondern sind noch nie Fahrrad gefahren. Auch das wird in den Schulen vermittelt.
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Anzahl der Schüler in den Internationalen Klassen wächst
Sprache als wichtigste Voraussetzung zum Start in ein neues Leben
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