1. Finnische Lektionen und ein Büfett

    Erasmus-Projekt startet in Wilhelm-Busch-Schule / Kein Vetreter der Stadt

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    REHBURG (jan). Schulen aus sechs Ländern starten ein gemeinsames Projekt. Mit dabei ist die Rehburger Wilhelm-Busch-Schule – und hat zu einem Planungstreffen zunächst Lehrer der übrigen fünf beteiligten Schulen für eine Woche zu sich eingeladen.

    Die ganze Schule hatten Schulleiter Jens Notzke und seine Stellvertreterin Christiane Henne in die Mensa gebeten. Alle Lehrer sollten die Gelegenheit bekommen, ihre Schulen, die dazugehörigen Städte und auch ein wenig der Länder, aus denen sie kommen, vorzustellen. In den folgenden 90 Minuten gab es etliches zum Staunen, vieles zum Lachen, eine Lektion in Finnisch und danach ein Büfett mit Spezialitäten aus sechs Ländern. Einmal schon ist die Schule an einem ähnlichen Projekt beteiligt gewesen. "Comenius" hieß das Programm seinerzeit noch – unter anderem fuhren damals Schüler und Lehrer nach Griechenland und Italien, um gemeinsam mit den Partnerschulen an einem gemeinsamen Thema zu arbeiten, um andere Länder kennen zu lernen und auch um Bekanntschaften zu machen oder sogar Freundschaften zu schließen mit Menschen, denen sie ansonsten vermutlich nie begegnet worden wären. Damals wie nun auch setzte sich Christiane Henne dafür ein, dass die kleine Förderschule in die Programme aufgenommen wurde und zeigen konnte, dass sie mit ihren Kompetenzen und ihrem Engagement durchaus mit Schulen mithalten kann, die teilweise zehnmal mehr Schüler und Lehrer haben als sie. Das ist nun wieder gelungen. "Erasmus" heißt das Programm und in dem Projekt sind außer der Wilhelm-Busch-Schule solche aus Finnland, Ungarn, Spanien, Slowenien und Polen engagiert. Zumindest die deutschen Schüler haben schon einen Eindruck bekommen, was sie in den kommenden zweieinhalb Jahren erwartet. In Slowenien wird Olivenöl von schuleigenen Bäumen gepresst, die finnischen Lehrerinnen lehrten Begriffe ihrer Sprache und zeigten, wie viel Humor sie haben, zehnjährige Schüler hatten in Ungarn einen Film über ihre Schule gedreht, die spanische Schule ist nicht weit von Madrid entfernt und die Erwähnung von Real Madrid ließ die fußballbegeisterte Schülerschaft in Jauchzen ausbrechen und die polnischen Schüler lieferten per Video sogar eine ganze Stadtführung durch Danzig ab. Das alles wird die Wilhelm-Busch-Schule auch noch live sehen können. Die erste Fahrt ist bereits geplant – nach Finnland wird es im März 2016 gehen. Um sich selbst vorzustellen, hatten die Wilhelm-Busch-Schüler einen eigenen Film gedreht, mit dem sie fantasievoll "den typischen Deutschen" vorstellten. Klischees, Vorurteile und vielleicht auch einige Wahrheiten stellten sie hinreißend dar. Als Gartenzwerge verkleidet, mit Putzlappen und Teppichklopfer Schülern zu Leibe rückend, mit Fußball als liebstem Kind, der Verehrung von Autos bis hin zum Knutschen der Motorhaube und der Darstellung der viel beschworenen "deutschen Pünktlichkeit" hatten sie sich einiges herausgepickt. Mit ihrer Inszenierung machten sie den Lehrern der anderen Schulen Lust darauf, Deutschland und Rehburg gemeinsam mit Schülern zu entdecken. "Wir sind sehr stolz, dass diese kleine Schule dabei ist", sagte Notzke zur Begrüßung. Einziger Wehmutstropfen war, dass kein Vertreter der Stadt Rehburg-Loccum Zeit hatte, den Beginn des großen und ambitionierten Projekts mitzuerleben. Foto: jan

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