WUNSTORF (tau). Der Fraktionssprecher der Grünen, Albert Schott, hat im Verwaltungsausschuss am Montag gegen die Ausweisung eines weiteren Baugebietes im Wunstorfer Süden und gegen die geplante Sanierung des Stadtkirchenvorplatzes gestimmt. Im Stadtanzeiger-Interview erklärt der Ratspolitiker warum. Schott: Das sind vor allem zwei Gründe. Erstens der hohe Landschaftsverbrauch. Das wird ja von niemandem bestritten. Die Flächen sind einfach unwiederbringlich weg. Wann, wenn nicht jetzt, wollen wir mit einer Begrenzung dieses Verbrauchs beginnen? Der zweite Punkt ist, dass mit dem Baugebiet sehr spezielle Interessen bedient werden. Schott: Das ist Augenwischerei. Das neue Baugebiet ist vor allem an den Bedürfnissen von Besserverdienenden ausgerichtet. Es werden nicht neue Familien dort hinziehen, sondern Wunstorfer, die schon hier leben, genügend finanzielle Mittel haben und sich noch ein Stück verbessern wollen. Schott: Wir müssen den sozialen Wohnungsbau fördern. Wir brauchen vor allem kleinere und bezahlbare Wohnungen. Es empört mich, mitansehen zu müssen, wie darüber immer nur geredet, aber nichts unternommen wird, weil es der Markt nicht will. Da wünschte ich mir gerade von der SPD zum Thema soziale Gerechtigkeit mehr Engagement. Schott: Zunächst einmal bin ich dafür, dass der Platz ordentlich hergerichtet wird. Ich bin aber auch der Meinung, das geht billiger. In Zeiten, in denen Einrichtungen wie die Tafel, die Musikschule, der Bau-Hof oder Schulen um jeden Cent kämpfen und betteln müssen oder auf dem Barneplatz seit Jahren nichts geschieht, wirkt es schon merkwürdig an, wenn wir hier mal eben eine Viertelmillion locker machen, ohne große Diskussion. Schott: Das ist schon richtig. Nur muss man dann auch die Kaufleute, die das Wohnzimmer nutzen und von ihm profitieren, meiner Meinung nach an den Kosten beteiligen. Das geschieht aber nicht. Dennoch wird ein spezielles sehr teures Steinpflaster verbaut, damit große Fahrzeuge, vor allem die der Marktbeschicker, auf dem Platz manövrieren können.
WS: Herr Schott, was haben Sie gegen die Ausweisung eines neuen Baugebietes? WS: Inwiefern? Die Verwaltung sagt, sie möchte junge Familien nach Wunstorf locken und verhindern, dass diese woanders hinziehen. Was spricht dagegen? WS: Was wäre aus Ihrer Sicht zu tun? WS: Kommen wir zum Stadtkirchenvorplatz. Eine politische Mehrheit hat sich für eine rund 250.000 Euro teure Sanierung ausgesprochen. Werden hier aus Ihrer Sicht auch Grenzen überschritten? WS: Aber die Ratskollegen meinen, hier geht es um unser Wohnzimmer.