Lemgo (nr). Alte Handys landen meist in Schubladen, wenn ein neues Modell angeschafft wird. Schüler einer 7. Klasse der Karla-Raveh-Gesamtschule haben alte Handys und eine Menge Informationen rund um deren Herstellung für die Aktion "Happy Handy – Gib alten Handys neuen Sinn" gesammelt. Dafür wurden sie jetzt mit dem ersten Platz des Klimaschutzpreises der Stadt Lemgo ausgezeichnet. Das Repair-Café von Irmtraut Eichner und das Streuobstwiesenprojekt der Ortsgruppe Lemgo vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland belegten die zweiten und dritten Plätze. "Ich freue mich, dass ein Jugendprojekt gewonnen hat. Bei diesem Projekt gibt es nicht nur die Sammlung, das Thema war eingebunden in ein pädagogisches Projekt. Die Siebtklässler sind in ihrer Schule von Klasse zu Klasse gegangen und haben – auch vor Oberstufenschülern – ihre Ergebnisse vorgestellt", lobte Regine Thamm-Wind, Klimaschutzbeauftragte der Stadt Lemgo am Rande der Ehrung im Rathaus. "Über 60 unterschiedliche Stoffe stecken in Einzelteilen, wie Akku, Display oder Gehäuse und davon sind allein 30 verschiedene Metalle in einem Mobiltelefon zu finden", erklärte die Physik- und Mathematiklehrerin der Klasse 7c, Jeanette Fuhrmann. "Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 18 bis 24 Monaten pro Handy, ist das eine ungeheure Vergeudung von Rohmaterialien und Energie." Dafür und auch für die soziale Komponente der Handyherstellung, wollte und will sie die Schüler sensibilisieren. So haben die Schüler ganz praktisch ein Handy komplett auseinandergebaut und die Einzelteile untersucht, Filme zu Handyherstellung und Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern angeschaut und die gesammelten Informationen ganz plakativ dargestellt. Über 200 alte und zum Teil wiederverwendbare Handys haben die Schülerinnen und Schüler für die Aktion "Gib alten Handys neuen Sinn" innerhalb kürzester Zeit eingesammelt. "Wir haben zuerst einmal zu Hause nach alten Handys gesucht", erklärte Klassensprecher Maik. "Um noch mehr Menschen anzusprechen, haben wir Informationszettel ausgelegt, oder auch am Elternsprechtag die Leute direkt angesprochen." Jeanette Fuhrmann ist voll des Lobes für das Engagement ihrer Schüler: "Sie haben nicht nur viel gelernt, sondern auch viele Menschen animiert, die Aktion zu unterstützen", betont sie. "Besonders getroffen hat die Schüler, dass Gleichaltrige in den Rohstoff- und Herstellungsländern der Handyproduktion unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen." So lag für die Schüler auch nahe, den Gewinn zum großen Teil zu spenden. "Ein Teil des Geldes möchten wir der internationalen Klasse mit Flüchtlingen hier an der Karla-Raveh-Gesamtschule spenden", sagte Schülerin Angelina. "Und von dem Restbetrag möchten wir einen gemeinsamen Wandertag mit ihnen organisieren, damit wir einander einfach mal kennenlernen können. Bei Sport und Spaß braucht man keine Worte, um sich zu verstehen." Jeanette Fuhrmann hatte bereits vor 3 Jahren schon einmal mit einer 10. Klasse an der Aktion, die unter anderem vom Bundesumweltministerium unterstützt wird, teilgenommen. Ressourcenschonung und Energiesparen waren und werden weiterhin wichtige Themen bleiben, die sie den Schülern näherbringen möchte. Die Klassenlehrerin war sich sicher: "Die Aktion hat bei den Schülern Denkprozesse angeregt. Sie haben erfahren, wie wichtig es ist, Ressourcen und Energie zu sparen und sich gleichzeitig mit schlechten Arbeitsbedingungen in den sogenannten Dritte-Welt-Ländern auseinandergesetzt. Sie dürfen stolz darauf sein, dass ihr großes Engagement mit dem ersten Platz beim Klimaschutzpreis der Stadt Lemgo belohnt wird.".
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Nachhaltige Handysammelaktion wird belohnt
De r Klimaschutzpreis 2015 der Stadt Lemgo geht an die 7c der Karla-Raveh-Gesamtschule
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