1. Harmonie der Gegensätze

    Künstler der Gruppe 13 auf der Suche nach der Weiblichkeit

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    Bad Salzuflen (dib). "Wo ist die Frau?" Diese Frage stellen zehn Künstlerinnen und Künstler der Gruppe 13 aus Herzebrock-Clarholz in ihrer diesjährigen Themenausstellung, die noch bis Sonntag, 10. Januar in den Räumen des "Fachwerk" am Pfarrkamp 8 in Schötmar zu sehen ist. Barbara Davis, Katrin Boidol, Marieta Bonnet, Marietheres Konietzny-Beckert, Oliver Fleger, Sandra Garfias, Birgit Rumpf, Christiane und Rotger Snethlage und Wilfried Weihrauch stellen eine "Harmonie der Gegensätze" aus, die sich trotz ihrer Gegensätzlichkeit als harmonisches Ganzes präsentieren und auch ergänzen. Acryl- und Aquarellmalerei, Glasobjekte, Skulpturen, Plastiken, Fotografien und Collagen fordern den Betrachter auf, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und der Frage nach dem ewig Weiblichen nachzugehen. Marietheres Konietzny-Beckert hat sich mit ihrer Tonskulptur "Frau mit Burka" einem aktuellen, wenn auch zugleich brisanten Thema gewidmet. Die weibliche Schönheit wird hier hinter wallendem Stoff total verhüllt. Die Frage, ob das positiv zu sehen ist, oder ob die Frau dem Betrachter leid tut, muss dieser wohl für sich selbst beantworten. Auf der Skulptur "Mutters Hut" sind zwei Kindergesichter zu erkennen, die ausdrücken, dass ihre Mutter in Gedanken immer bei ihnen ist. Und bei der Skulptur "Geisha" ist das Gesicht der Frau total hinter Schminke verborgen. Oliver Fleger hat sich in seinen Bildern mit einem typisch weiblichen Accessoire auseinandergesetzt, auf das wohl keine Frau verzichten kann - ihre High Heels.

    Marieta Bonnet setzt sich in ihren großformatigen Acrylbildern mit den vielen Facetten der Frau und der Weiblichkeit auseinander und ist dabei bis weit in die Mythologie zurückgegangen. Ihre "Amazone" symbolisiert in der Frau das Kriegerische, die in griechischen Sagen männergleich in den Kampf gezogen und wohl oft als Siegerin daraus hervorgegangen ist. Das Gegenstück, der "Engel" ist ein Teil des Glaubens. Auch wenn sich seine Existenz nicht eindeutig beweisen lässt, hat der Gedanke daran doch etwas Tröstendes. Die "Diva" verkörpert den Hochmut, die Empfindlichkeit und exzentrische Allüren. Doch der Künstlerin geh es bei diesem Bild um das Herausragende und Einzigartige der Frau. Und wer genau hinsieht, wird im Bild "Energie" im Hintergrund den Mann erkennen. Wie beim chinesischen Yin und Yang steht das Bild für entgegengesetzte und dennoch aufeinander bezogene Kräfte und verkörpert so die Magie und Anziehungskraft zwischen Mann und Frau. In der Reihe dieser vielen Facetten der Weiblichkeit vermisst der Betrachter nur noch den "männermordenden Vamp", der frivole Erotik, Sünde und Laster verkörpert. Sandra Garfias Collage ist eine Hommage an die rund 400 ermordeten Frauen von Ciudat Juárez in Mexiko. Der Künstlerin geht es nicht nur um die Frage, wer dort ermordet wurde - das ist Sache der mexikanischen Justiz. Ihr ist vielmehr eine Antwort auf die Frage "Warum wurden die Frauen ermordet" wichtig. Bei Rotger Snethlage hinterlässt eine Frau auf einer Glasschale nur noch Spuren und verkündet: Ich bin dann mal weg - die Suche nach mir kann beginnen. Und mit seinen unverformten Flaschenobjekten werden den "weiblichen Flaschen" von den "männlichen" frei nach dem Motto "Wir wissen, was für euch gut ist" Ideologien in Form von Klopapierrollenhülsen übergestülpt und aufgezwungen. Insgesamt eine gelungene Interpretation der Suche nach der Frau und nach der Weiblichkeit, bei der es viel zu entdecken gibt, die aber den Betrachter auch zum Nachdenken anregt und auffordert. Zu sehen ist die Suche nach dem "ewig Weiblichen" noch bis Sonntag, 10. Januar 2016 dienstags bis freitags von 17 bis 19 Uhr, sowie sonnabends und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Außerdem weist die Fachwerkvorsitzende Irena Kyeck darauf hin, daß das traditionelle Jazzsilvester am Sonnabend, 9. Januar, stattfindet.

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