Bad Salzuflen (rto). Auf die Frage, was sie von ihrem Aufenthalt hier mit nach Hause nähmen, kommt die Antwort wie aus einem Mund: "Viel Schokolade und einen ganzen zusätzlichen Koffer voller neuer Klamotten”. Tetiana Chekerenda, Katerina Savosh, Maria Semenova und Lesia Artysh strahlen über das ganze Gesicht. Sie sind voller Begeisterung über ihren Aufenthalt hier, freuen sich jetzt aber auch auf die Heimreise und das Weihnachtsfest zuhause.
Stellvertretend für alle anderen Studentinnen stehen sie für ein Gespräch zur Verfügung. Während Lesia Artysh mit ihrer Arbeit in der Bünder Verwaltung hautnah den Umgang mit den vielen Flüchtlingen mitbekam, waren die drei anderen jungen Frauen in Wirtschaftsbetrieben untergebracht und bekamen dort Einblicke in die Abläufe ihrer Gastfirmen. "Drosselrückschlagventil", Maria Semenova hat ein neues Lieblingswort, das sie nicht nur perfekt aussprechen kann. "Ich kann das Ding jetzt sogar zusammenbauen und weiß, wie es funktioniert", freut sie sich. Und Katerina Savosh erzählt, dass sie sogar am Auswahlverfahren für die Bewerber neuer Ausbildungsplätze im nächsten Jahr in ihrem Gastbetrieb mitarbeiten durfte. Tetiana Chekerenda betont, dass sich alle vier, wie auch allen anderen Studentinnen in ihren Hospitationsstellen ernst genommen und kollegial behandelt fühlten. "Alle wurden richtig in die Arbeit eingebunden, das finden wir gut", sagt die junge Sprachstudentin. Das liegt sicher auch an ihren wirklich sehr guten Deutschkenntnissen. Darauf legt der Verein Brückenschlag bei der jährlichen Auswahl der jungen Menschen immer großen Wert. Dies betonte auch der Vorsitzende des Vereins, Professor h.c. Karl-Hermann Krog in seiner Begrüßung. Mit den nun verabschiedeten Studentinnen hat der Verein in den letzten 25 Jahren 312 junge Ukrainerinnen und Ukrainern die Chance eines Auslandaufenthaltes gegeben. Mit diesem Schwerpunkt seiner Arbeit, aber auch mit den Hospitationen der Deutschlehrerinnen hofft der Verein, dem osteuropäischem Land bei seiner Weiterentwicklung zu helfen. Viele der bisherigen Gaststudenten sind bereits in Verwaltungen und verantwortlichen Positionen der Wirtschaft ihres Landes angekommen. Die vier interviewfreudigen jungen Damen möchten nach dem guten Abschluss an ihren Universitäten gerne im Jahr 2017 nach Deutschland kommen, um hier weiter zu studieren. "Das hier vermittelte Know-how und die Gründlichkeit der Arbeitsabläufe nehmen wir gerne als Ansporn mit nach Hause", sagen sie übereinstimmend. Lesia Artysh hat durch ihre Arbeit im Sozialamt in Bünde jetzt sogar ihr Lebensziel entdeckt. "Das ist meine Zukunft, so etwas will ich auch bei uns machen" sagt sie. Mit einem mehrstündigen geselligen Abend verabschiedete sich der Verein Brückenschlag von der diesjährigen Gruppe der ukrainischen Studentinnen.
