1. Erste Praktika im Ausland

    Gesamtschule Aspe auf dem Weg zur Europaschule

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    Bad Salzuflen. "Geoede Avond duitsland, first of all: Heute bleibt die Küche kalt", so begann die E-Mail vom Mittwoch. Absender sind Laureen Hannig und Enrico Gomig von der Gesamtschule Aspe. Die beiden absolvierten vor Kurzem das erste Auslandspraktikum der Gesamtschule Aspe im niederländischen Enschede und berichteten abendlich ihren Lehrern und Mitschülern über die Ereignisse des Tages. Bei diesem ersten Auslandspraktikum wird es nicht bleiben. Die Gesamtschule Aspe hat einstimmig beschlossen, Europaschule zu werden. Sie wäre damit die erste Europa-Gesamtschule in OWL.

    "Wir waren gleich Feuer und Flamme, als unser Klassenlehrer Bernd Bretthauer-Aue uns gefragt hat, ob wir nicht am Arbeitskreis Europaschule teilnehmen wollen", blickt Laureen (10e) auf das vergangene Jahr zurück. "Dann ging eigentlich alles ganz schnell. Eltern, Schüler und Lehrer, alle waren begeistert bei der Sache und bereits nach wenigen Monaten wussten wir, wie unsere Europaschule aussehen soll." Enrico besucht ebenfalls die 10. Klasse. Er pflichtet Laureen bei: "Bad Salzuflen ist eine schöne Stadt, aber manchmal eben auch ein bisschen klein. Ich möchte die gesamte Welt erleben. Vielleicht einmal im Ausland studieren. Da kam die Idee Europaschule gerade richtig." Die Niederlande als Ort ihres ersten Auslandspraktikums schien den beiden zunächst weniger attraktiv. Marielle van Kuyck ist als Mutter im Arbeitskreis engagiert und stammt aus den Niederlanden. Seit 2002 wohnt sie in Bad Salzuflen. Sie ist in einem Bielefelder Textilhandelsunternehmen beschäftigt und arbeitet dort eng mit einer Spedition in Enschede zusammen. Marielle van Kuyck knüpfte die ersten Kontakte. In Enschede war man für die Idee des Austauschs sehr aufgeschlossen. Spontan lud der Speditions-Inhaber Inhaber, Willem van der Struik, Laureen und Enrico zum Praktikum nach Enschede ein. Laureen: "Wir haben nicht bereut "nur" nach Holland gefahren zu sein. Herr van der Struik und seine Mitarbeiter haben sich total nett um uns gekümmert. Die Einführung in das Lagerwesen hat uns geistig ganz schön gefordert. Einmal haben die Kollegen sogar eine kleine Überraschungsparty für uns veranstaltet. Am Donnerstag hat die Familie van der Struik uns zu sich nach Hause zum Dinner eingeladen." Laureen und Enrico haben schon in Bad Salzuflen jeweils zwei Praktika absolviert und wissen, wovon sie sprechen. "Auch in Bad Salzuflen hat mir mein letztes Praktikum in der Volkhochschule richtig gut gefallen. Aber arbeiten in den Niederlanden war irgendwie anders.Die Spedition ist ein kleinerer Familienbetrieb. Insgesamt arbeiten dort 47 Personen, dazu kommen noch die LKW-Fahrer. Das Arbeiten ist dort irgendwie etwas lockerer, wir waren schon am ersten Tag mit allen Kollegen auf Du", weiß Enrico zu berichten. Christiane Höke, Schulleiterin der Gesamtschule Aspe: "Die von uns angestrebte Zertifizierung zur Europaschule wird ein großer Fortschritt für die Entwicklung unserer Schule sein", betont die Pädagogin. "Schon für den Sommer werden die nächsten Praktika in Saint Affrique in Frankreich folgen. Dann geht es Zug um Zug. Wir vermitteln französische Schüler und Schülerinnen in Bad Salzuflen, die Franzosen revanchieren sich. So machen wir Europa für die Jugendlichen konkret erfahrbar." Gerade in der aktuellen Krise der EU will die Schule sich nicht aus dem Projekt Europa zurückziehen. "Wir brauchen jetzt nicht weniger, wir brauchen mehr Europa. Wer bereits in seiner Schulzeit über den Tellerrand schaut, hat außerdem auf dem europäischen Arbeitsmarkt größere Chancen", so die Schulleiterin.

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