1. SVD-Monatskarten sollen teurer werden

    Detcon diskutiert Tarifreform für den ÖPNV und Parkgebühren in Detmold

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    Detmold (ab). Wenn Unternehmen von „Preisanpassungen“ sprechen, geht es in der Regel darum, dass etwas teurer wird. Bei dem, was die Stadtverkehr Detmold (SVD) GmbH vorschlägt, trifft das nur teilweise zu. Am Donnerstag diskutiert der Detcon-Aufsichtsrat die Vorschläge für eine Tarifreform für die vergünstigten Zeitkarten für den öffentliche Nahverkehr und die Parkgebühren. Während letztere steigen sollen, geht es bei den Fahrkarten eher um neue Angebote.

    Als „nicht ganz unbrisant“ bezeichnete SVD-Geschäftsführer Wolfgang Janz im Rahmen eines Hintergrundgesprächs einige der Vorschläge. Klar ist: Die SVD muss mehr erwirtschaften, seit 2011 sinken die Erlöse. Nicht unbrisant ist auch der Vorschlag, alle Zeitkarten um denselben Betrag teurer zu machen. Denn die geplanten 3,50 Euro mehr schlagen bei Inhabern von Sozialtickets sicher stärker ins Kontor als bei anderen Abonnenten. Würde man aber das sogenannte „Mobi-Ticket“ ausnehmen, würde es für alle anderen deutlich teurer, so Janz.

    Detmold-Abo für ein Jahr

    Das neue „Detmold-Abo“ soll das bisherige „Umwelt-Abo“ ersetzen. Statt bisher 3 bindet man sich dann für 12 Monate, dafür sinkt der Monatsbeitrag um 3,60 Euro auf 30.90 Euro. „Wir geben einen hohen Rabatt, dafür binden sich die Kunden 12 Monate“, erklärt Janz. Bereits mit 8 Hin- und Rückfahrten solle sich das Ticket rechnen. Ein weiterer Vorteil: Man darf die Karte einem Bekannten leihen und abends und am Wochenende einen zweiten Erwachsenen kostenlos mitfahren lassen.

    Die SVD hatte einen Gutachter beauftragt, der die Preisstruktur und Angebote an Monats- und Jahreskarten unter die Lupe genommen hat. Die bestehenden Produkte seien 1993/94 eingeführt worden. Preiserhöhungen habe es nur zweimal gegeben, um insgesamt 5 Euro. Damit sei man aber über die kritische 30-Euro-Marke gesprungen, so dass häufiger Abos gekündigt wurden. „Wir haben viele wahlfreie Kunden“, also solche, denen prinzipiell eine Alternative zum ÖPNV zur Verfügung steht, erläutert Janz. Vor allem im Sommer steigen viele Kunden aufs Rad um: Das bedeute weniger Einnahmen für die SVD bei gleichbleibenden Kosten für Personal und Maschinen, so Janz weiter.

    Wer sich nicht für ein ganzes Jahr binden möchte, soll für die neuen Umwelt-Monats-Tickets künftig 43,50 Euro zahlen. Man kann es an einem beliebigen Datum kaufen, und es gilt dann bis zum gleichen Tag des Folgemonats. Dasselbe würde künftig für das 9-Uhr-Ticket gelten.

    Das neue dreimonatige Familien-Abo soll 52,50 Euro kosten (Bisher 49 Euro) und wird zur Partnerkarte. Damit können zwei Personen unabhängig voneinander mit dem Stadtbus fahren (bisher galt: ein Elternteil und ein Kind). Der Zusatzpreis für ein weiteres Kind soll einheitlich 12 Euro pro Monat betragen.

    Mobi-Ticket: Erwachsene zahlen mehr, Kinder weniger

    2009 wurde das „Mobi-Ticket“ eingeführt, Inhaber des Detmold-Passes zahlen dafür monatlich 20 Euro. Künftig soll es für Erwachsene 23,50 Euro kosten. Bei Kindern hingegen werde der Preis auf 12 Euro gesenkt. Einerseits würden also auch Nutzer des Mobi-Tickets stärker an der allgemeinen Preisentwicklung beteiligt, anderseits gehe man angesichts der Entlastung bei Kindern mit Augenmaß vor, erläutert Janz.

    Vorerst keine Linien streichen

    Die Streichung von Fahrzeiten oder ganzen Buslinien sei erst mal vom Tisch. Hier wolle man die fürs kommende Jahr geplante Fahrgasterhebung abwarten.

    Der Detcon-Aufsichtsrat tagt am 10. Dezember. Die neuen Tarife würden am 1. April 2016 in Kraft treten.

    Parkgebühren sollen um 10 Prozent steigen

    Die städtischen Parkhäuser sind marode („Lippe aktuell“ berichtete bereits), der Investitionsbedarf sei enorm. Man habe die Autofahrer einige Jahre in Sachen Gebührenerhöhung verschont, nun stehe sie aber an. Und zwar einheitlich um 10 Prozent. Die 3-Zonen-Staffelung wird beibehalten; in der Innenstadt parkt man dann für 2,20 Euro, in den Randbereichen für 1,10 Euro pro Stunde. Dasselbe gilt für den Grundpreis pro angefangener Stunde in städtischen Parkhäusern. Diese Änderungen des Parkraumbewirtschaftungskonzepts muss noch im Tiefbau- und Immobilienausschuss beraten und im Rat beschlossen werden.

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