Detmold. Besuchermagnet mit 13 Buchstaben? Richtig: der Museumsadvent im Freilichtmuseum. Über 25.000 Besucher kamen am vergangenen Wochenende ins Paderborner Dorf. Das lag sicher auch an dem recht milden und trockenen Wetter. Auch der für Sonntag gemeldete Regen ließ sich Zeit und kam erst nach Ende der Veranstaltung. Auch die bereits 11. Auflage des Museumsadvents bot mit seinen anheimelnden Wohnstuben in historischen Häusern Einblicke in ein Weihnachten, wie es die Urgroßeltern gefeiert haben. Und wenn für manchen die Anreise nebst Parkplatzsuche etwas stressig gewesen ist, bot der Weg zum Paderborner Dorf, spärlich beleuchtet vom Feuerschein der Bodenfackeln, die Gelegenheit, zu sich zu kommen, und einzutauchen in die ruhige gemütliche Weihnachtswelt. Wer nicht laufen wollte, konnte sich im kostenlosen Shuttlebus vom Nikolaus persönlich bis zum Markt fahren lassen. Die erneut gar nicht so heimlichen Stars waren hier die bunt beleuchteten historischen Gebäude selbst. Zahlreiche Besucher hatten ihre Fotoausrüstung samt Stativ mitgebracht, um schöne Perspektiven mit langer Belichtungszeit festzuhalten. Weihnachtszeit ist Plätzchenzeit und dementsprechend war vor allem in der Dorfbäckerei sehr viel los. Für Lebkuchen, Kekse, Spekulatius und andere Leckereien standen die Menschen lange an. Bei den Bäckern Jürgen Ronkartz und Reiner Böinghoff konnte man in die historische Backstube schauen und zusehen, wie sie Plätzchen ausstechen, mit geschickten Handgriffen Brezeln knoten und Spekulatius in den Ofen schieben – und damit wie im Akkord für Nachschub sorgen. Aber auch in den anderen historischen Werkstätten, etwa in der Schmiede, konnte man Handwerkskunst live erleben. In den 30 Buden rund um den Dorfteich gab es allerlei Hübsches aus Beton, Filz, Stahl oder Holz zu kaufen, so dass das Portemonnaie auf dem Rückweg bei vielen deutlich leichter war. Holzschnitzer Wolfgang Koch aus Dörentrup verkaufte im Blomberger Handwerkerhaus seine Kunst. Außerdem konnte man ihm dabei zusehen, wie er eine Büste aus einem dicken Stück Holz fertigt. Dafür benutzt er Lindenholz, weil es sehr feinporig sei und sich gut schneiden lasse, erklärt Koch. Das habe eine lange Tradition, schon immer habe man etwa für Madonnen-Figuren in Kirchen diese Holzart genommen. Er brauche rund 20 Stunden bis aus dem Klotz die filigrane Büste herausgeschält ist, sagte Koch. Das Freilichtmuseum geht nun in die Winterpause und meldet sich pünktlich zur neuen Saison zurück. Die beginnt bereits am 25. März (Karfreitag). Zuvor finden im Januar wieder die Winterspaziergänge statt.
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Besondere Atmosphäre im Freilichtmuseum
Über 25.000 Besucher beim Museumsadvent
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