1. Mit dem Charakter eines Neubaus

    Grundsanierte Turnhalle offiziell wieder eingeweiht

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    Elbrinxen (afk). Als vor zwei Jahren die Grundschule Elbrinxen mangels Schülern geschlossen werden musste, war im Dorf und vor allem beim TSV die Sorge groß, dass damit auch das Schicksal der 50 Jahre alten Turnhalle besiegelt sein könnte. Man diskutierte im Lügder Ortsteil intern aber auch mit Verwaltung und Rat über Nutzungsmöglichkeiten, kam aber letztlich zum Schluss: Die Sporthalle ist für das Dorf eine wichtige Einrichtung und wird erhalten. Über die Verteilung der erforderlichen Investitionssumme von 340.000 Euro für die grundlegende Sanierung und Modernisierung wurde man sich zwischen Stadt und Verein einig. Jetzt, nach einem halben Jahr, wurde die Turnhalle in einer kleinen Feier bei einem Tag der offenen Tür offiziell eingeweiht.

    "Es ist ein schöner Tag für den Sportverein, für die Sportler und für alle Elbrinxer Bürger", befand der TSV-Vorsitzende Wolfgang Siefert in seiner Begrüßungsrede, der sich im Januar 2015 bei seinen Mitgliedern die Zustimmung für das Projekt geholt hatte. Bewusst war allen, dass dem 1.000 Mitglieder zählenden Verein sehr viel Eigenleistung abverlangt werden würde, um den Eigenanteil von 62.500 Euro zu erbringen. Der Bauzeitenplan war eng gesteckt, denn es blieben nur die wärmeren Monate zum Bauen. Die intensiv genutzte Sporthalle fiel als Übungsstätte während dieser Phase komplett aus, und so musste schon mal improvisiert werden. Siefert wusste auch, bei wem er sich zu bedanken hatte, dass das Projekt in diesem Zeitrahmen und diesem Umfang letztlich reibungslos klappen konnte: Das waren die rund 100 Vereinsmitglieder, die Wände und Böden aufstemmten und wegrissen, Maurerarbeiten durchführten oder auch beim Aufbau des neuen Satteldachs halfen. Das waren aber auch die Damen, die sich bei den meist am Wochenende stattfindenden Arbeitseinsätzen um das leibliche Wohl sorgten. Immer zur Stelle waren die rührigen Rentner, die mit ihren handwerklichen Fähigkeiten überall da zupackten, wo helfende Hände gebraucht wurden. Und es waren Sponsoren, die sich mit einbrachten, um dieses Jahrhundertprojekt des Sportvereins, aber auch diesen bemerkenswerten Einsatz von Ehrenamtlichen zu würdigen und zu unterstützen. Selbst dem WDR war dieses freiwillige Engagement einen eigenen Beitrag im Fernsehen wert. Wer die Sporthalle zuvor kannte dürfte und sie sich erst jetzt wieder ansah, wird kaum etwas wiedererkannt haben. "Das hat schon den Charakter eines Neubaus", lobte Bürgermeister Heiz Reker anerkennend. Angefangen von den Außenanlagen über den neuen Eingang zu den völlig neu platzierten Umkleidekabinen und Sanitäranlagen, zur modernen energiesparenden Heizung und die nun helle Sporthalle mit einstellbarer Beleuchtung und Deckenheizung präsentiert sich nun ein Schmuckkästchen, wobei die Funktionalität im Vordergrund steht. Auf Überflüssiges verzichtete man – Architekt Axel Hagemeyer hatte hier mit dem Gespür für das Wesentliche und Erforderliche bei seiner Planung und Bauausführung mit den ohne finanzielle Entschädigung tätigen Ehrenamtlichen und den Fachfirmen drauf geachtet. Letztlich blieb man sogar unter der kalkulierten Kostengrenze. Siefert lobte die hervorragende Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten, die es erstmöglich gemacht hätten, dieses Projekt in dieser verhältnismäßig kurzen Zeit zu realisieren. Bürgermeister Heinz Reker nannte die Leistung insgesamt vorbildlich und versicherte: "Hier haben wir das Geld gut investiert.". Beide Redner gingen auch auf die grundsätzliche Bedeutung des Sports ein, der mit seinen Angeboten nicht nur der Gesunderhaltung der Bevölkerung diene sondern auch eine hohe soziale Aufgabe wahrnehme, wie man u.a. jetzt ganz aktuell an der Integration der Flüchtlinge am Ort erkennen könne. Nicht nur, dass einige von ihnen dieser Feierstunde beiwohnten, auch sind schon Neubürger mittlerweile aktiv im Sportbetrieb engagiert, wie vor wenigen Tagen in einem weiteren TV-Beitrag zu sehen war. In Nebenräumen der Turnhalle ist die Musikschule Lügde untergebracht, die während der Bauzeit in die Marktscheune ausgewichen war, jetzt aber an alte Wirkungsstätte zurückkehren kann. Die Elbrinxer, aber auch Vertreter anderer Vereine des Dorfes, aus dem Rat und aus der Wirtschaft waren in großer Zahl zur Einweihungsfeier gekommen und durften mit recht feiern. Wie es sich bei einer intakten Dorfgemeinschaft gehört, unterstützten Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins den TSVer auch hier kräftig. Der Posaunenchor brachte sogar ein Ständchen und gab dieser Veranstaltung noch einen musikalischen Rahmen.

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