Oerlinghausen (kd). Auch in Zeiten knapper Kassen hält die Stadt Oerlinghausen an der Tradition fest, ältere Einwohner zu einer Weihnachtsfeier einzuladen. Den Anfang machten jetzt 150 Seniorinnen und Senioren aus Helpup. Für die Durchführung waren der TuS Helpup und die evangelisch-reformierte Kirchengemeinde verantwortlich. Beim Anblick der festlich geschmückten Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums erinnerte sich Bürgermeister Dirk Becker an die eigene Jugendzeit. Er habe sicherlich die längste Erfahrung in Bezug auf die Weihnachtsfeier. Bereits vor 40 Jahren habe er als kleiner Junge die ehrenamtlichen Helfer unterstützt. "Da gab es dann auch schon mal zehn oder fünfzig Pfennig – aber keine Angst, ich gehe heute nicht rum und sammle." Der Bürgermeister berichtete, dass die Stadt wieder über einen genehmigten Haushalt verfüge und dass die Bezirksregierung 570 Flüchtlinge in der früheren Klinik am Hellweg untergebracht habe. "Wir bereiten uns darauf vor, dass es noch mehr werden", sagte Becker. "Wir sollten uns dem Thema stellen – nicht nur zur Weihnachtszeit." Pfarrer Friedhelm Nachtigal erinnerte daran, dass "Jesus selber war ein Flüchtlingskind, das sollten wir nicht vergessen." Er wünschte den Anwesenden eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit. Im Namen der Ausrichter wünschte auch der TuS-Vorsitzende Bernhard Pehle den Gästen einen unterhaltsamen Nachmittag. Auf den festlich eingedeckten Tischen wartete bereits der Kuchen, die Helferinnen und Helfer schenkten Kaffee und Tee aus, während die Mitglieder des Posaunenchores einige traditionelle Weihnachtslieder intonierten. Zum Anlass passend, setzte eine Kindergruppe der AWO-Kita das Lied "In der Weihnachtsbäckerei" szenisch um. "Zwischen Mehl und Milch macht so mancher Knilch eine riesengroße Kleckerei" lautete eine der Textzeilen, die ursprünglich von Rolf Zuckowski stammen. Mit Schürze und Kochmütze angetan spielten die Kinder, wie sie Plätzchen backen und hatten sichtlich Vergnügen daran. Moderator Jörg Bollweg kündigte dann die Tanzgruppe des TuS Helpup an. Unter der Leitung von Christine Fuhrmann führten die 14 Damen einige Tänze auf, darunter den "Lüneburger Windmüller". Über einen recht merkwürdigen Kaffeeklatsch berichteten Helga Nagel und Erika Albrecht auf der Bühne der Aula. In lippischem Platt erzählten sie, dass ihre Freundin Gerda immer nur abgelaufenes Gebäck kaufe. Die sind dann so hart, dass das Gebiss durchbricht. Man müsse die Plätzchen schon 20 Minuten einstippen, bis man sie essen könne. "Beim nächsten Mal kommst Du einfach zu mir", schlug Erika Nagel vor. "Meine Plätzchen sind schon nach einer Viertelstunde weich." Das Syncope Saxophon-Quartett hatte mehrere Weihnachtslieder aus dem angelsächsischen Raum ausgewählt und interpretierte das "Tochter Zion" von Georg Friedrich Händel. Mit dem gemeinsam gesungenen Lied " Oh du fröhliche" endete der Nachmittag. "Auch wenn es draußen sehr kalt ist, ist es doch gut zu wissen, dass wir in Oerlinghausen keine soziale Kälte haben", stellte Moderator Jörg Bollweg fest.
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Kaffeeklatsch zur Weihnachtszeit
Auf Einladung der Stadt kamen 150 ältere Helpuper zusammen
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