1. Gemeinschaftliches Wohnen mit Pflege

    Alternative Wohngemeinschaften nach skandinavischem Vorbild auf der Kussel

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    Detmold-Pivitsheide V.L. (ck). Wo bisher ausgiebig der Kussler Ball gefeiert wurde, entsteht jetzt ein Haus mit zwei Wohngruppen für Demenzkranke und junge Pflegebedürftige. Zwischen Sandstraße und Wilhelm-Mellies-Straße sollen planmäßig Anfang April 2016 die Bauarbeiten auf dem 2.280 Quadratmeter großen Areal beginnen.

    Der Klüter Architekt Heinrich W. Hinsenhofen (piarchitektur) ist zuständig für Projektentwicklung, Planung und Wohnprojektbetreuung. Gemeinsam mit Carsten Buba, Geschäftsführer und Pflegesachverständiger des ambulanten Pflegedienstes "Die Pflege GmbH-Detmold" als Träger und dem Holzbauunternehmer und Investor Andreas Rohde aus Steinheim als Vermieter plant er dieses Vorzeigeprojekt. Ein Mutmacher in Sachen sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit, das etwa Anfang 2017 entstehen soll. "Das Anfang 2017 fertiggestellte Vorhaben "Quartiers-Pflege-Wohnhaus" wird die Versorgung älterer und erkrankter Menschen im Stadtbild verbessern, die Inklusion mit Menschen mit Behinderung ermöglichen und auch beim Klimaschutz Verantwortung übernehmen", erklärt Hinsenhofen. Der Bauantrag ist beim Bauamt bei der Stadt eingereicht und ein positiver Vorentscheid liege den Initiatoren vor. In ihrer gemeinsamen Planungsphase haben die drei Initiatoren viele Hintergrundinformationen zum Pflegenotstand der kommenden Jahre dokumentiert. 70 Prozent der Pflegebedürftigen werden gegenwärtig zu Hause durch Angehörige gepflegt – zum Teil mit Unterstützung durch einen Pflegedienst. Der Großteil der Pflegebedürftigen will im eigenen Haus bleiben. Nur wenige können es sich vorstellen, ihre letzten Lebensjahre oder ihr zukünftiges Leben in einer Pflegeeinrichtung zu verbringen. Hier sehen die Initiatoren die Lösung im Quartier, nach dem Vorbild Skandinaviens. Dort gehöre Pflege zum Gemeinwesen, man setzt auf kommunale Infrastruktur und gesellschaftliches Engagement. Offenes Haus mit gelebter Nachbarschaft In diese Richtung gehen auch die Vorstellungen der Drei. "Wir wünschen uns ein offenes Haus, in dem Nachbarschaft gelebt werden kann", erklären sie. Das ungefähr 800 Quadratmeter große eingeschossige Gebäude in Holzbauweise (Passivhaustechnik) beherbergt zwei barrierefreie Gruppenwohnungen für jeweils acht Personen. Zum einen für Demenzerkrankte und zum anderen für jüngere Pflegebedürftige mit geringerem Hilfsbedarf, die in Klein-Appartements mit offener Küche und Gemeinschaftsraum und Gemeinschaftsterrasse leben können. Die Bruttowarmmieten der Wohnungen sollen zwischen 330 Euro und 470 Euro liegen. "So in dieser Art gibt es das hier für diese jüngeren Pflegebedürftigen bisher nicht", erklärt Buba. Um ein selbstbestimmtes Leben führen zu können, bedarf es der Unterstützung von Alltagsbegleitern und das rund um die Uhr. "Ein ambulanter Pflegedienst ist jederzeit abrufbar" erklärt Buba. Geplant ist die Integration eines Fördervereins im Quartiers-Pflege-Wohnhaus. "Durch Gründung angepasster Organisationsstrukturen und partnerschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Betreuungsteam, Freiwilligen und Förderverein soll das tägliche Leben der Bewohner und deren Angehörigen nachhaltig verbessert werden", sagt Hinsenhofen, dem es gemeinsam mit den beiden anderen Initiatoren daran gelegen ist, dass unter Beteiligung vieler Pivitsheider etwas Gemeinsames entsteht und das gute Zusammenleben von Menschen mit und ohne Hilfsbedarf gepflegt wird. Auch die Wohngruppen sollen zu einem Stück Nachbarschaft werden. Die Bushaltestelle wird direkt vor dem Eingang des Wohnhauses verlegt werden und bietet einen barrierefreien Zugang direkt von der Haustür. Das soll die Nahmobilität verbessern – außerdem sind zusätzliche ehrenamtliche Fahrdienste oder Mitfahrgemeinschaften geplant. Die erste gemeinsame Nachbarschaftsaktion soll eine kommunikationsfördernde Gartengestaltung werden, bei denen sich auch die Fördervereinsmitglieder einbringen können. Investor Andreas Rohde nimmt 1,5 Millionen in die Hand, auf einer Informationsveranstaltung im neuen Jahr wollen die Initiatoren den Pivitsheidern ihr Modell vorstellen. Bei Fragen zum Projekt rund um die Finanzierung, Pflegestandard, freie Plätze können Interessierte sich schriftlich an "h.w.hinsenhofen@gmx.de" oder "c.buba@die-pflege-detmold.de" wenden.

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