Die Ausgangslage ist eine, die viele Veranstalter von Schützenfesten mittlerweile umtreibt: immer weniger Besucher, so dass es kaum noch möglich ist, einen Festwirt oder auch Schausteller zu finden. Statt weiterzumachen wie bisher und zu riskieren, dass die Besucherzahlen immer mehr in den Keller gehen, hat ein Kreis von rund zwölf Loccumern angefangen, sich viele Gedanken zu machen und alles auf den Prüfstand gestellt. Seit mehr als einem halben Jahr wird daran bei regelmäßigen Treffen gearbeitet – und nun wollte dieser Kreis öffentlich machen, zu welchen Ergebnissen er bislang gekommen ist und diese durchaus weiter mit allen Interessierten diskutieren. Der Einladung zu dieser Diskussion sind, wie gesagt, viele gefolgt. Und was stellvertretend für den Arbeitskreis Dirk Jordan, Achim Matthes, Anne Sator und Harald Hoppe vorstellten, bot reichlich Gelegenheit zum diskutieren. Manches befanden die Gäste für gut, anderes gaben sie zu bedenken – einvernehmlich ist auf jeden Fall gewesen, dass das Fest bestehen bleiben soll. Mit einer Fragebogenaktion hätten sie vor einiger Zeit versucht herauszufinden, was Loccumer denn nun wollten, wenn es um das traditionsbehaftete Schützenfest gehe, sagte Jordan. Die Auswertung von rund 100 Antworten habe ergeben, dass es den Loccumern wichtig sei, einen Umzug zu haben, gemeinsam zu feiern und auch, den ursprünglichen Ablauf wieder zu bekommen, bei dem der Umzug statt sonntags bereits sonnabends durch das Dorf gehe und der Sonntag stattdessen in erster Linie für die Kinder da sei. Das Schießen hingegen, das dem Schützenfest doch seinen Namen gebe, sei eher nachrangig in der Wichtigkeit gewesen. Die Empfehlung des Arbeitskreises sehe nun so aus, dass in 2016 vom 3. bis 5. Juni in der und um die "Halle für alle" gefeiert werden solle – das erspare die Kosten für das Festzelt. Außerdem solle kein Festwirt engagiert, sondern das komplette Ereignis ehrenamtlich durchgeführt werden. "Wir wissen auch, dass wir das nicht alleine können", fügte Jordan an dieser Stelle hinzu und wandte sich an das Publikum, "aber dafür haben wir ja euch." Um das mache zu können, müsse ein Verein gegründet werden – der "Loccumer Traditionsverein", dem alle anderen Vereine, die sich beteiligen wollten, beitreten könnten, der aber auch Privatpersonen als Mitglied aufnehme. Einziger Sinn und Zweck des Vereins sei die Organisation und Durchführung des Schützenfestes. Ein Motto solle jedes Fest zudem bekommen – für 2016 habe der Arbeitskreis sich auf "40 Jahre ‚Neues aus Uhlenbusch’" geeinigt. Das, meinte Jordan, lege nahe, die Ermittlung der Könige neu zu stricken. So, wie in der Folge "Das Schützenfest" in der Fernsehserie der König durch Schüsse auf einen hölzernen Adler ermittelt wurde, solle es nun auch im Uhlenbusch-Dorf Loccum gemacht werden. Was dann noch auf den Prüfstand kam, war der Name: "Schützenfest" müsse es nicht unbedingt auch in Zukunft heißen, meinte der Arbeitskreis – und bat um Vorschläge. Variationen von "Dorffest"überwogen nach der Abfrage an der Pinwand. Einwände aus dem Publikum gab es in erster Linie wegen der komplett ehrenamtlichen Organisation. "So viele Ehrenamtliche haben wir doch gar nicht", war die allgemeine Befürchtung. Und diejenigen, die im Ehrenamt arbeiteten, deckten sich größtenteils mit denjenigen, die solch ein Fest feiern wollten. Wie das Fest nun heißen soll, ob ein Verein gegründet wird und auch die vielen kleinen Details zu Ablauf und Organisation werden noch weiter besprochen. Der Arbeitskreis trifft sich das nächste Mal am kommenden Donnerstag, 10. Dezember, 19.30 Uhr, im Hotel Rode. Jeder, der mitarbeiten wolle, sei dann willkommen, sagte Zieseniß. Foto: jan
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Bei Dorffest sollen Adler geschossen werden
Loccum stellt sein Schützenfest auf den Prüfstand: Arbeitskreis will dem Besucherschwund entgegenwirken
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