1. Wertvoller Begleiter im Alltag

    Seniorenbeirat organisierte Rollator-Tag auf dem Marktplatz

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    Lügde (afk). Immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft haben Mobilitätsprobleme, die meisten, weil sie sich aus alters- oder gesundheitlichen Gründen nicht mehr so bewegen können, wie gewohnt. Was Ende der 70er Jahre noch despektierlich als "AOK-Shopper" abgetan wurde, gehört heute längst zum Alltagsbild und ist akzeptiert: der Rollator. Der kleine vierrädrige Wagen ist für viele Betroffene die Möglichkeit geworden, sich wieder aktiv am alltäglichen Leben zu beteiligen. Allerdings muss der Umgang mit dem Gefährt auch gelernt sein – wenn es auch von außen zunächst mal einfach aussieht. Der Seniorenbeirat Lügde nahm das Angebot des Kreises Lippe an und bot der Bevölkerung jetzt bei einem "Rollator-Tag" auf dem Marktplatz Informationen rund um die unterstützte Mobilität. Die Technik von Rollatoren ist aufgrund des wachsenden Bedarfs in den letzten rund 40 Jahren erheblich verbessert worden. Die Urmodelle waren noch ziemlich schwer zu handeln, die Leicht-Rollatoren von heute sind Geräte aus leichten Baumaterialien, die sich in Alltagssituationen als unentbehrliche Helfer erweisen. Längst sind sie nicht nur reine Fortbewegungshelfer sondern bieten auch durchaus Komfort als stets verfügbare Sitzgelegenheit zum Ausruhen und sind ausgestattet mit Einkaufskorb oder auch mit Regenschirm- und Stockhalterungen. Die Anschaffung eines solchen je nach Ausführung mehrere hundert Euro teuren Hilfsgerätes wird auf ärztliche Verordnung hin von den Krankenkassen bezuschusst oder bei entsprechendem Bedarf sogar komplett übernommen.

    Beweglich zu bleiben, unter Menschen zu kommen ist für viele Ältere und Behinderte von grundsätzlicher Bedeutung und erhöht deren Lebensqualität nicht unwesentlich. Rollatoren sind dabei eine große Hilfe. Dennoch gibt es Klippen, die von diesem Personenkreis auf dem Weg zu ihrem Ziel überwunden werden müssen. Wie man kleine Hürden jedoch fast spielend leicht mit etwas Übung bewältigen kann, demonstrierten Udo Weber von der Kreisverkehrswacht. Am Haupteingang zum Rathaus war eine Teststrecke als Hindernisparcours aufgebaut, auf dem auf kurzer Strecke diese diversen Herausforderungen geübt werden konnten. Zudem hatte sich der neue Bürgerbus "Der lütte Lügder" auf dem Marktplatz platziert, der auch über die modernen Einstiegshilfen für Rollatoren und Rollstuhlfahrer verfügt. Wie man mit Hand und Fuß auch als älterer oder behinderter Mensch einen Buseinstieg locker bewältigen kann, zeigten die Experten und ließen es die Interessierten dann gleich auch mal in der praktischen Anwendung nachvollziehen. "Und wer es nicht schafft, der kann ja auch um Hilfe bitten", sagt Hubert Thiele vom Seniorenbeirat und auch selbst Bürgerbusfahrer. "Die Zeit ist immer." Mit Humor und wichtigen Tipps gelang es Udo Weber immer wieder, den Interessierten die Angst zu nehmen. Die Handbremse kurz angezogen, ein kleiner Druck auf die Handgriffe nach unten und schon hebt sich der Rollator fast von selbst auf die Stufe.

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