GROSSENHEIDORN (gi). Beim traditionellen Grünkohl- und Wurstessen, zu dem der Heimatverein Seeprovinz in das Gasthaus Küker in Großenheidorn eingeladen hatte, begrüßte der Vorsitzende, Jürgen Engelmann, über 60 Gäste. Rudi Diersche, weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannter Fotograf und Autor vieler Bücher zur Geschichte Steinhudes, nahm in einem interessanten Vortrag die Zuhörer mit auf eine bildliche Zeitwanderung durch das Große und Tote Moor am Steinhuder Meer. Von der Entstehung des Moores (es wurde in früheren Zeiten auch von einer morastigen Wüste gesprochen) über den individuellen Torfstich bis hin zum industriellen Torfabbau und der anschließenden Renaturierung spannte er den Bogen, untermalt mit eindrucksvollen älteren schwarz/weiß Fotografien und hervorragenden Farbbildern der heutigen Flora und Fauna. Die Gäste erfuhren, dass bereits im Jahre 1812 ein Teil des "Herrschaftlichen Neustädter Moores" dem Flecken Steinhude zum Torfstich mit der Auflage überlassen wurde, die Moorfläche unter den Steinhuder Bürgern aufzuteilen. Der jährliche Bedarf wurde Ende April bis Mitte Mai jeden Jahres gestochen und bis zum Herbst durch Umsetzen in verschiedene "Karhupen" und "Spekhupen" getrocknet. Das Einholen erfolgte auf dem Wasserweg mit Torfkähnen oder mit Karren über den Vogeldamm nach Steinhude. Die Schilderung der geschichtlichen Entwicklung des Torfstecherprivilegs Steinhuder Bürger, die unendlichen Mühen der Torfgewinnung sowie der Transport riefen bei älteren Zuhörern Erinnerungen wieder wach. Foto: privat
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Zeitwanderung durch das Tote Moor
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