1. Gewässerqualität deutlich verbessert

    Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinien bis zum Jahr 2027 verlängert

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    Kreis Lippe/Detmold . Obwohl die urspüngliche Zielvorgabe noch nicht komplett umgesetzt werden konnte, hat sich der Zustand der Gewässerin Lippe und in der Region Ostwestfalen-Lippe nach Einführung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000 deutlich verbessert. Eigentlich sollten die Zielvorgaben bis europaweit bis 2015 umgesetzt sein. Mit einer Verlängerung sollen nun alle Gewässer, inklusive des Grundwassers, bis spätestens zum Jahr 2027 die geforderten Bewertungskriterien erfüllen. Bei der jährlichen OWL-Gewässerkonferenz informierten sich 245 Teilnehmer über den von der Bezirksregierung vorgelegten Zwischenstand der zahlreichen Projekte zur Verbesserung der heimischen Gewässer. Zu den Bewertungsfaktoren gehören unter anderem Fische und andere Gewässerlebewesen. Getroffene Maßnahmen zur Beseitigung von Wanderhindernissen haben bei unterschiedlichen Projekten zu schnell messbaren Erfolgen geführt. Sichtbare Strukturverbesserung hat es unter anderem auch an der Bega gegeben. In Bad Salzuflen – kurz vor dem Zufluss zur Werre – wurde ein neues Gewässerbett für die Bega geschaffen. Torsten Kraatz, Abteilungsleiter beim Tiefbauamt in Bad Salzuflen, zeigte historische Bilder der Gewässerbegradigung sowie Fotos aus der Bauzeit und vom Durchstich am 22. Oktober. Kraatz schilderte in einem Vortrag auch die Barrieren, die es durch Altlasten und eine Fernwärmeleitung zu überwinden galt. Zusätzlich betonte er die Durchweg gute naturschutzfachliche Bewertung im Landschaftspflegerischen Begleitplan. An anderer Stelle kämpfen die Projektbeteiligten um eine Beseiitigung der Medikamentenrückstände. Flüsse und Bäche können durch schwer abbaubare Stoffe erheblich belastet werden. Über die Kanalisation kommen Medikamentenrückstände und weitere Stoffe auf der Kläranlage an, die mit herkömmlicher Klärtechnik nicht vollständig beseitigt werden können. Um eine Verbesserung der Reinigungsleistung zu bewirken, wurde die Kläranlage Obere Lutter um eine "4. Reinigungsstufe" erweitert. Guido Bruhn, Technischer Geschäftsführer beim Abwasserverband Obere Lutter, erläuterte die Funktionsweise und Erfahrungen. Die Reinigungsleistung konnte erheblich verbessert werden und die Mehrkosten der Reinigung (4,2 Cent pro Kubikmeter) belasten die Privathaushalte nur unwesentlich. Zu den Problemfeldern gehört in der Region die starke Belastung der Grundwasserkörper mit Nährstoffen. Hier Unter Begleitung der Berater werden auf sechs konventionell arbeitenden und einem ökologisch wirtschaftenden Modellbetrieb in Ostwestfalen unter anderem Versuche zu Möglichkeiten der Nährstoffverringerung durchgeführt. Auch Hauptdezernentin Birgit Rehsies betonte in ihrem Resümeé, dass es in Ostwestfalen-Lippe – wie fast überall – noch viel zu tun gebe. Sie sei froh, dass ses gelungen sei, alle Pflichtigen für das Thema zu sensibilisieren. Darüber hinaus stellte sie Tobias Gaul als ihren Nachfolger vor. Er kümmert sich als neuer Mitarbeiter der Bezirksregierung Detmold und als Leiter der "Geschäftsstelle Weser" zukünftig um die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie in OWL. Bei der Exkursion im Anschluss an die Konferenz rückte ein zweites Mal der Fluss "Bega" in den Fokus. 70 Teilnehmer hatten die Möglichkeit, sich vor Ort über die zahlreichen Maßnahmen in Lemgo zu informieren. Die Stadt Lemgo baut für insgesamt 8,5 Millionen Euro (zu 80 Prozent gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen) seit einigen Jahren den Fluss so um, dass es neben deutlichen Verbesserungen der Gewässerökologie auch zu einem wirkungsvollen Hochwasserschutz kommen soll. In sechs Bauabschnitten werden verschiedene Einzelmaßnahmen durchgeführt. Gerade im Bau befindet sich die Sohlgleite am Langenbrücker Tor. An der "Neuen Mühle" konnte eine bereits fertiggestellte Sohlgleite besichtigt werden. 2019 sollen alle sechs Bauabschnitte fertiggestellt sein.

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