1. Holzhäuser statt Container

    Neue Unterkünfte für Flüchtlinge – Stadt prüft Angebote

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    Lemgo (nr). Die Unterbringung von Flüchtlingen wird Lemgo auch weiterhin vor große Herausforderungen stellen. Bürgermeister Dr. Reiner Austermann klärte Montagabend in der Hauptausschuss- und Finanzsitzung über die Notwendigkeit auf, vorübergehend zur Unterbringung von Flüchtlingen eine Mehrzweckhalle nutzen zu müssen. Gleichzeitig werde die Stadt aber für das kommende Jahr 5 Millionen Euro für neuen Wo hnraum aufwenden müssen.

    Die Zahl der Flüchtlinge sei größer als erwartet. Ab 1. Dezember können zwar wieder 86 Plätze zur Verfügung gestellt werden, allerdings seien die 100 Plätze, die für November angedacht waren, längst nicht ausreichend gewesen, sodass folglich auch im Dezember zu wenig Unterkünfte zur Verfügung stehen würden. "Wir müssen jetzt in anderen Maßstäben denken", betonte Austermann angesichts der Flüchtlingszahlen, die Regierungspräsidentin Diana Ewert als Prognose für 2016 herausgegeben hatte. 370.000 Flüchtlinge werden dann in NRW erwartet. Lemgo würden dementsprechend etwa 850 Asylbewerber zugewiesen werden. So setzt die Stadt für das kommende Jahr zur Aufnahme von Flüchtlingen auf die Errichtung von Unterkünften in Holzbauweise, die dezentral angelegt werden können, bezahlbar seien und energetischen Standards entsprächen. Angedacht seien 100 zum Teil auch mobile Holzhäuser, jeweils ausgelegt für bis zu 6 Einzelpersonen oder eine Familie. Bei 50.000 Euro Kosten pro Haus käme so eine Summe von 5 Millionen Euro zusammen. "Die Nutzungsdauer beträgt in etwa 10 Jahre", so Markus Baier, Leiter Geschäftsbereich Stadtplanung und Bauen. "Das ist auf die Länge der Zeit gerechnet weit kostengünstiger als anzumietende Wohnungen oder die energetischen Maßnahmen für Hallen oder gar Container." Letztere seien mit umweltschädlichen Dämmstoffen auch bei der späteren Entsorgung ein großer Kostenfaktor. Zudem müsse die Maßnahme innerhalb weniger Monate umsetzbar sein. "Natürlich ersetzen solche Holzhäuser keinen Neubau", betonte der Bürgermeister. "Sie sollen eine ergänzende Maßnahme sein, um aus der Engpasssituation herauszukommen." Die Stadt hatte bereits eine Überlastungsanzeige an die Bezirksregierung gestellt, um für eine gewisse Zeit von Zuweisungen befreit zu werden. Dies wurde Lemgo für die laufende Woche zugestanden. Dafür erwartet Lemgo in der kommenden Woche verstärkte Zuweisungen. "Wir müssen deshalb im schlimmsten Fall vorübergehend an Hallennutzung denken", so Dr. Reiner Austermann. "Das ist etwas, was ich auf alle Fälle vermeiden wollte." Angedacht sei erst einmal die Mehrzweckhalle in Wahmbeck, die in den neunziger Jahren schon einmal als Unterkunft für damals knapp 50 Personen genutzt worden sei. Allerdings käme das nur im Notfall infrage und könne auch nur eine vorübergehende Lösung sein. Irgendwann werde man den ankommenden Menschen sonst nicht mehr gerecht werden. Das bedeute aber auch, dass man als weitere Maßnahme Asylbewerbern die Möglichkeit geben sollte, zu arbeiten. Dabei gehe es nicht darum, sie zu bereits bestehenden Tätigkeiten unterstützend einzusetzen, sondern sie dort einzusetzen, wo durch die Aufnahme von Flüchtlingen nicht unerhebliche Arbeiten anfallen. Konkret hieße das, sie in die Verantwortung für die Unterkünfte und deren reibungslosen Ablauf zu nehmen und das funktioniere ausgesprochen gut.

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