1. Herausforderung, keine Krise

    CDU inf ormierte sich über die Flüchtlinge in der Gemeinde

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    Leopoldshöhe (kd). In der Diskussion um die Flüchtlinge kursieren nach Ansicht der CDU in Leopoldshöhe oft unzutreffende Vorstellungen. "Wir möchten dazu beitragen, die Debatte zu versachlichen", sagte Klaus Fiedler, der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbandes zu Beginn der Mitgliederversammlung. Im Gasthaus "Zur Post" wollten auch mehrere Gäste Informationen aus erster Hand erhalten. Die Gemeinde stehe vor einer großen Herausforderung, es gebe jedoch keine Krise, stellte Hans-Jürgen Taron fest. Er leitet den Fachbereich Bürgerservice/Ordnung/Soziales und muss für die neu eintreffenden Flüchtlinge oft kurzfristig ein Quartier suchen. Dies gelingt nicht immer auf Anhieb. "Weil eine Unterkunft noch nicht fertig gestellt ist, mussten wir jetzt drei Personen für einige Tage im Gemeindehaus der evangelischen Kirche unterbringen", erläuterte er. Auch das alte Sporthaus in Asemissen wurde schon vorübergehend genutzt. Die Frage der Unterbringung sei gegenwärtig das Hauptproblem, meinte Taron. Die Gemeinde hat sich für eine dezentrale Lösung entschieden und bereits 35 private Wohnungen angemietet, zehn weitere werden folgen. Gegenwärtig leben 245 Flüchtlinge in Leopoldshöhe. "Zum Vergleich: Vor drei Jahren waren es insgesamt nur 30 Personen", schilderte Taron. Er rechnet damit, dass bis zum Jahresende insgesamt 300 Menschen in Leopoldshöhe Schutz suchen werden. "Als Kommune sind wir grundsätzlich dazu verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen", verdeutlichte der Fachbereichsleiter. Daher erübrige sich die Frage nach einer Obergrenze. Ein großes Lob richtete er an die 70 ehrenamtlichen Helfer, die Fahrdienste übernehmen, Sprachkurse leiten, bei der Jobsuche behilflich sind und Freizeitmöglichkeiten anbieten. "Ohne diese ehrenamtliche Unterstützung wären wir als Verwaltung in ganz großen Schwierigkeiten", sagte der Fachbereichsleiter. Ein weiterer Vorteil sei der Einsatz von zwei Hausmeistern. Sie sind zu Ansprechpartnern für fast alle Lebensbereiche geworden, nicht zuletzt weil sie über Kenntnisse in insgesamt zehn Sprachen verfügen. Einer von ihnen ist Amin Ahrari. Er stammt aus Afghanistan und ist seit 1997 bei der Gemeinde Leopoldshöhe beschäftigt. Den CDU-Mitgliedern berichtete er von seinen vielfältigen Aufgaben – von der Einquartierung über das Dolmetschen bis zur Begleitung bei Behörden und Ärzten. "Wir sind zu vertrauten Personen geworden", sagte Ahrari. Die meisten Flüchtlinge stammen aus Syrien, weitere kommen aus Afghanistan, Iran, Irak, Eritrea und Albanien. Unbegleitete Minderjährige werden nicht nach Leopoldshöhe geschickt. Taron und Ahrari baten um Verständnis, wenn es gelegentlich zu Spannungen komme. Es handele sich zumeist um private Probleme, sagte der Flüchtlingsbetreuer. Die negativen Erscheinungen seien aber sehr gering. Bei der Unterbringung werde auf Religionszugehörigkeit und kulturelle Besonderheiten geachtet. Axel Meckelmann, CDU-Fraktionsvorsitzender, berichtete, dass der Ältestenrat der Gemeinde bereits überlegt habe, eigene Gebäude für die Flüchtlinge zu errichten. Dies sei jedoch an den Kosten gescheitert. Meckelmann richtete einen großen Dank an die ehrenamtlichen Helfer und an die Verwaltung. "Sie leisten – auch im Vergleich zu anderen Gemeinden gute Arbeit und sorgen dafür, dass unsere Gäste so beispielhaft integriert werden." Für das kommende Jahr rechnet Fachbereichsleiter Taron damit, dass Leopoldshöhe rund 400 Flüchtlinge zugewiesen werden. "Diese Prognose basiert auf veröffentlichten Zahlen, ist aber mit äußerster Vorsicht zu genießen", betonte er. "Doch ich schließe nichts aus."

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