1. "Vertraut den neuen Wegen!"

    Pastoralverbund wird am 1. Advent aus der Taufe gehoben

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    Lügde (afk). Es sind gerade mal acht Jahre vergangen, als der Pastoralverbund Falkenhagen-Lügde-Bad Pyrmont mit den drei katholischen Kirchengemeinden St. Michael, St. Marien und St. Georg gegründet worden war. Seit dem 1. Oktober ist dieser Kreis um die Pfarreien St. Martin Blomberg, Heilig Kreuz Horn-Bad Meinberg und St. Joseph Schieder-Schwalenberg – bisher im Pastoralverbund Südlippe vereint - erweitert worden. Diesen gemeinsamen Weg will man offiziell mit einem feierlichen Gottesdienst aller Gemeinden am 29. November um 10.30 Uhr in St. Marien Lügde beginnen. Darin wird Dechant Klaus Fussy als Vertreter des Erzbischofs den ca. zweijährigen pastoralen Prozess eröffnen, mit dem mittel- und langfristige Weichen für den Weg in die Zukunft gestellt werden sollen.

    Unabhängig von der Konfession haben die Kirchen Probleme: Die Gemeindemitglieder werden weniger, immer weniger zahlen Kirchensteuern und die Besucher bleiben in den Gottesdiensten oder Messen auch aus. Es war der Essener Bischof Franz Hengsbach, der einst als Ziel verkündete, dass kein Katholik länger als 350 Meter zur nächsten Kirche werde laufen müssen. Von diesem Wunschdenken hat man sich inzwischen jedoch längst verabschiedet. Im Gegenteil: Die Veränderungen in der Gesellschaft machen auch vor der Kirche nicht Halt. Im Zeichen großer finanzieller Probleme und der Personalknappheit bei den Pfarrern sind sogar Kirchenschließungen ein Thema. Soweit ist man in dieser Region noch nicht. Padernborns Bischof Hans- Josef Becker hatte 2008 mit der Broschüre "Perspektive 2014" Reaktionen in den Gemeinden eingefordert. "Über die Konzentration der Kräfte die Zukunft zu gestalten", hieß es damals. Dazu gehörte die Einrichtung von Pastoralverbünden. So hatte sich u.a. der Pastoralverbund gegründet, der von der Struktur her unterschiedlicher kaum sein konnte: Die Kirchengemeinde St. Michael im dörflichen Falkenhagen am Fuße des Köterbergs, die Kirchengemeinde St. Marien im eher städtisch geprägten traditionell katholischen Lügde und die Kirchengemeinde St. Georg im vorwiegend evangelischen Bad Pyrmont teilten sich seither zwei Pastoren. Als Marc Stücker seine Pfarrstelle in Lügde im April 2014 antrat, wusste er schon um die Pläne des Erzbistums Paderborn, diesen Pastoralverbund um den Pastoralverbund Lippe-Süd zu erweitern. Seither hätten die beiden Pastoralverbünde auch bereits vieles gemeinsam beraten, berichtet Stücker in einem Pressegespräch. Auch die Gemeindereferentinnen, Diakone und Pfarrer träfen sich wöchentlich, um ihre pastorale Arbeit abzustimmen. Erste Auswirkungen hatte dieser neue Pastoralverbund Südlippe-Pyrmont auch: "Die katholischen Christen in Falkenhagen, Lügde und Bad Pyrmont mussten sich schon seit dem letzten Jahr an unterschiedliche Seelsorger und Seelsorgerinnen in Gottesdiensten oder bei der Sakramentsvorbereitung gewöhnen", berichtet Marc Stücker. Dr. Claudia Theis vom Pfarrgemeinderat Schieder-Schwalenberg: "Wir wussten manchmal nicht, wer sonntags zum Gottesdienst aus der Sakristei kam." Der neue Pastoralverbund wird den Namen Südlippe-Pyrmont tragen. Stücker: "Wir haben lange um den Namen gerungen. Er musste vor allem eine regionale Beziehung haben." So verschieden die Gemeinden sind, so verschieden seien auch ihre Erfahrungen in gemeindeübergreifender Zusammenarbeit, sagt Marc Stücker und fügt hinzu: "Lippe Süd war hier schon stark." Spürbar aber sei die Bereitschaft bei allen sechs Pfarreien, sich auf diesen Prozess einzulassen. Eines wird schon jetzt deutlich: Angesichts der fehlenden Geistlichen werden mehr denn je die Laien in den Kirchengemeinden gefordert sein. Dabei setzt Stücker, der dem neuen Pastoralverbund vorstehen wird, auf die Unterstützung Freiwilliger in jeder einzelnen Gemeinde. Auch wenn in Zukunft vieles gemeinsam geplant und durchgeführt werden soll – jede einzelne Pfarrei wird in sich dennoch selbständig bleiben und ein eigenständiges Gemeindeleben führen können. Aber Aktionen, Finanzierungen und auch die verstärkte Öffentlichkeitarbeit (der Lügder Gemeindebrief ist z.B. schon durch das neue Info-Heft "WeitBlick" für alle sechs Gemeinden ersetzt worden) werden dann schon gemeinsam beschlossen. Pastor Marc Stücker weiß, dass es ein Prozess ist, der Höhen, aber auch Tiefen aufweisen wird und setzt auf eine Zeile eines Kirchenliedes: "Vertraut den neuen Wegen!"

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