Lügde (afk). Das Ehrenamt hat eine immense gesellschaftliche und volkswirtschaftliche Bedeutung. Ohne die Freiwilligen, die sich in den Dienst einer sozialen Aufgabe stellen, ginge in unserem Staat nichts. Darüber ist man sich einig. Wie auch in anderen Kommunen, so hat sich auch die Stadt Lüde vorgenommen, in jedem Jahr eine ehrenamtlich tätige Gruppe für ihr Engagement zu ehren. Diesmal stand die Seniorenarbeit im Mittelpunkt. Vertreter von sechs Gruppen hatten Verwaltung und Politik geladen, um ihnen Dank zu sagen, stellvertretend auch für alle anderen, die sich meist im Verborgenen in die Betreuung von älteren Menschen einbringen, aber an diesem Abend nicht dabei waren.
Eigentlich sei der Begriff "Arbeit" im Zusammenhang mit dem Wirken für und mit Senioren bereits falsch, meinte Bürgermeiste Heinz Reker, der zudem darauf hinwies, dass sich die Ehrenamtlichkeit kaum wirtschaftlich darstellen lasse. Er zitierte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil, der bei einem Pflegekongress gesagt hatte: "Der Umgang mit dem Alter ist das Barometer für die Menschlichkeit in der Gesellschaft." Bei der ständig steigenden Zahl älterer Menschen könne der Staat allerdings gar nicht alle anfallenden Aufgaben regeln. Deshalb gebe es trotzdem, auch in einer auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Gesellschaft wie unserer, immer noch den immateriellen Wohlstand. Und das sei nun mal das Ehrenamt. Viele Bürgerinnen und Bürger engagieren sich auch in der Großgemeinde für ihre Mitmenschen, so eben auch für Senioren, indem sie Tagesfahrten und Veranstaltungen organisieren, Spielenachmittage, Grillpartys und andere Feiern durchführen oder Hilfebedürftigen bei Einkäufen helfen. Sie geben den Mitmenschen Aufmerksamkeit und teilen ihre Zeit mit ihnen, stellte Reker lobend fest. "Fast jede Woche werde ich auf Menschen aufmerksam, die sich in unserer Stadt wie auch immer ehrenamtlich für unsere Bevölkerung engagieren, abseits von der Öffentlichkeit und Blitzlichtgewitter. Auch Einrichtungen können die menschliche Nähe nicht ersetzen." Der Bürgermeister hob zudem auch den 2011 gegründeten Seniorenbeitrat heraus, der den älteren Menschen eine Stimme gebe und seither auch hervorragende aktive Arbeit leiste, von der auch die Stadt profitiere. Eine sehr gute Idee war es, Lothar Schröer aus Dörentrup von der Akademie für Erzählkunst in Detmold für diese Feierstunde im Hotel Kempenhof zu gewinnen. Dessen sehr lebendig erzählte Märchen schufen im Stil von Gleichnissen inhaltliche Verbindungen zu den Themen Wohlfahrt und Alter auch aus anderen Kulturkreisen. Neben den zu Ehrenden waren auch Mitglieder des Rates und der Verwaltung dabei und zeigten sich von diesen bildhaften Geschichten beeindruckt – ein sehr passender Rahmen für diese durchaus stimmungsvolle Feier! Die Vertreterinnen und Vertreter der Caritas-Konferenz St. Michael Falkenhagen, die Helferinnen vom Johanniter-Stift, von der Elisabeth-Konferenz, der DRK Ortsvereine Lügde und Rischenau sowie die Seniorengruppe der Kolpingsfamilie leisten seit Jahrzehnten in der Großgemeinde erfolgreiche Seniorenarbeit und erhielten als äußeres Zeichen des Dankes und der Aufmerksamkeit der Stadt Lügde Urkunden und kleine Präsente. Viel wichtiger aber dürfte den Geehrten gewesen sein, dass ihre Arbeit von der Kommune wahrgenommen und geschätzt wird. Alle anwesenden Ratsmitglieder und Ortsbürgermeister erhoben sich zum anerkennenden Applaus von ihren Plätzen.
