Horn-Bad Meinberg (nr). Hilfe ist für sie kein leeres Wort. Margit Franzen kümmert sich seit 50 Jahren um Menschen mit Migrationshintergrund. Was so bürokratisch klingt, ist für die Leopoldstalerin zu einem Lebensinhalt geworden. Eben für dieses große Engagement erhielt sie im Rahmen des Willkommensfestes für Flüchtlinge den ersten Horn-Bad Meinberger Integrationspreis.
"Ihre Idee, ihr Engagement und die Umsetzung haben Vorbildcharakter", sagte Andreas Mickel, Vorsitzender des Integrationsbeirates, in seiner Laudatio. So sei das, was Margit Franzen leistet, zu keiner Zeit eine Leuchtturmaktion gewesen, sondern immer von Beständigkeit geprägt. Dabei habe sie es nie dabei belassen, die Menschen in Deutschland nur willkommen zu heißen und ihnen Unterstützung zur Integration gegeben. "Ich bin von Natur aus neugierig auf andere, uns fremde Kulturen und deren Menschen", erzählt sie. "Ich wollte schon immer wissen, was in anderen Ländern so passiert. Auf meinen vielen Reisen habe ich ganz wundervolle Menschen und Kulturen kennengelernt und ich habe auch hier immer wieder solch großartige Menschen treffen dürfen." Dabei sind für sie gerade die Menschen wichtig, die dem Anschein nach nichts zu sagen haben und doch viel mehr wissen und auszudrücken vermögen, als die Welt ahnt. In Deutschland ist ihre Arbeit so vielfältig, dass es den Rahmen des Festes gesprengt hätte, dies alles aufzuzählen. Immer aber geht es ihr um Verständnis und Anerkennung füreinander. "Diese eine Welt trägt uns alle", sagt sie und freut sich natürlich über die Anerkennung ihrer Arbeit. "Am meisten freue ich mich aber darüber, dass ich weiß: Da gibt es Menschen, die sich aufrichtig mit mir über diesen Preis freuen." Und im gleichen Atemzug erzählt sie von einem guten Freund, der seine Heimat Afghanistan verlassen hat. Er hat irgendwann zu ihr gesagt: "Ich bin nicht nach Deutschland gekommen, um Ferien zu machen. Ich bin hier, weil in Afghanistan meine beiden Söhne erschossen worden sind." Natürlich werde sie weiter für und mit Menschen aus anderen Kulturkreisen arbeiten, aber nicht mehr so intensiv, wie früher. "Jetzt sind die Jungen dran", lacht Margit Franzen. "Ich kann einfach nicht mehr morgens mal so eben in die Botschaft nach Bad Godesberg fahren." Für die engagierte Frau steht eines fest: Es reicht eben nicht, im Fernsehen ihre Tränen zu sehen.
