WINZLAR (jan). Eine der seltensten und heimlichsten Säugetierarten lebt seit einigen Jahren wieder am Steinhuder Meer – der Fischotter. Im Jahr 2010 konnten Fischotter erstmals seit den 1970er Jahren wieder nachgewiesen werden, und zwar mit Hilfe einer automatischen Fotofalle, die Mitarbeiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer (ÖSSM) zuvor installiert hatten. Jetzt wartete auf ÖSSM-Mitarbeiterin Eva Lüers bei der Sichtung neuer Fotofallenbilder eine Überraschung, denn auf einer Bilderserie war eine Otterfähe mit drei fast ausgewachsenen Jungtieren zu sehen.
"Den Ottern scheint es am Steinhuder Meer gut zu gehen, drei Jungtiere sind ein recht gutes Ergebnis", meint Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der ÖSSM. Wichtig sei für den Schutz der geschützten Tiere, dass auch weiterhin alle Fischfangreusen mit Otterschutzvorrichtungen ausgestattet sind, die die Wasserbewohner vor dem möglichen Ertrinkungstod bewahren. Im Spätwinter 2015 hatten missverständliche Berichte vermuten lassen, dass die "Otterschutzpflicht" für die Reusen der Fischer aufgehoben sei. "Das ist nicht so, und der Erfolg spricht für die Regelung. Kaum auszumalen, wenn das Otterweibchen bei der Nahrungssuche in einer Reuse umgekommen würde. , das hätte gleich vier Otterleben gekostet", so Brandt. Jungtiere der Fischotter bleiben rund ein Jahr bei ihrer Mutter und erlernen in dieser Zeit den Fischfang. Mit dem Vater hat die Familie derweil nichts mehr zu tun.Foto: p
