1. Zeichen für Solidarität und Vielfalt

    Zahlreiche Lipper beteiligen sich an Menschenkette und Kundgebung

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    Detmold (ab). Ein starkes Zeichen gegen Gewalt und Unmenschlichkeit haben zahlreiche Lipper am Samstagabend gesetzt: Sie haben sich – wie viele Menschen in ganz Europa zur gleichen Zeit – an den Menschenketten gegen rechts beteiligt. Angesichts der schrecklichen Attentate von Paris waren die Aktionen zugleich Ausdruck der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Freunden. "Bis gestern sah mein Manuskript anders aus als heute", begann der neue Landrat Dr. Axel Lehmann seine Rede auf dem Marktplatz in Detmold. Er freute sich, dass trotz schlechten Wetters und vielleicht eines mulmigen Gefühls bei dem einen oder anderen dennoch so viele Menschen zur Kundgebung gekommen waren. Denn ein Zeichen gegen den Faschismus zu setzen, sei gerade in Zeiten des Terrors wichtig. Und auch der Terror sei faschistoid, denn er nehme Menschen das Leben. Zudem sei es gerade dieser Terror, der derzeit die Menschen zur Flucht aus Syrien, dem Irak und anderen Ländern treibe, betonte Lehmann. Und es sei an uns, ihnen hier ein Sicherheit und Freiheit zu gewähren. Die Menschenketten seien ein Zeichen gegen Menschenfeinde von rechts und solche, die meinen sich auf heilige Bücher stützen zu können, so Lehmann weiter.

    Landeskirchenrat Tobias Treseler warnte aber auch davor, alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen. Die Terroranschläge seien ein Angriff auf die Werte, die ein friedliches Zusammenleben erst möglich machen. Terror gebe es eben auch von rechts: "Wer Asylunterkünfte anzündet, wer Ausländer bedroht, der übt Gewalt aus, übt Terror aus", sagte Treseler. Dementgegen riefen die Veranstalter zu Vielfalt, Menschlichkeit und Toleranz auf. In Lippe haben sich in Bad Salzuflen, Lemgo und Detmold zahlreiche Menschen an den Lichterketten beteiligt. Allein in Detmold waren es 750, darunter auch Flüchtlinge und Asylbewerber aus der Notunterkunft an der Adenauerstraße und weiteren städtischen Flüchtlingsheimen. Die Kette reichte vom Markplatz bis zum Hasselter Platz. Pfarrer Dieter Bökemeier, Flüchtlingsbeauftragter der Lippischen Landeskirche, rief die Menschen dazu auf, in der Umgebung der neuen Unterkünfte, die kürzlich eingerichtet wurden, lokale Unterstützerkreise zu gründen. Dafür sind die Menschen, die hierher kommen, dankbar. Das machte der junge Syrer Muhammad Al Nakshi in seiner spontanen Ansprache auf Arabisch, deutlich. Kondolenzbuch im Rathaus Detmold. Die Stadt Detmold trauert um die Opfer der Terroranschläge in Paris. Um den Bürgern die Möglichkeit zu geben, ihr Mitgefühl auszudrücken, ist im Foyer des Rathauses am Markt ein Kondolenzbuch ausgelegt worden. Es wird bis einschließlich Freitag, 20. November zu den üblichen Öffnungszeiten von 8 bis 17 Uhr und freitags bis 13 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich sein. Danach wird es der französischen Botschaft in Berlin zugesandt. Bürgermeister Rainer Heller äußert sich betroffen zu den Anschlägen in Paris: "Der Angriff traf nicht nur die französische Nation mitten ins Herz, es ist ein Angriff auf ganz Europa und unsere demokratischen Werte. Unser Mitgefühl gilt den Angehörigen und Freunden der Opfer und unsere Solidarität dem französischen Volk. Seit über 40 Jahren verbindet die Stadt Detmold eine enge Partnerschaft mit der französischen Stadt St. Omer, die von Frieden und Freundschaft getragen ist. Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen setzen für Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit!"

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