Kreis Lippe/Detmold . In der Werkstatt wird hochkonzentriert gearbeitet: Lattenroste werden gefertigt, medizinische Geräte verpackt, LED-Leuchten eingebaut, oder es werden Verbindungselemente für die Industrie nach Plan montiert. So vielfältig die Arbeitsschritte und Aufgabengebiete sind, so vielfältig sind auch die Menschen, die hier arbeiten. In der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) im Braunenbrucher Weg in Detmold sind Frauen und Männer mit unterschiedlichen Handicaps beschäftigt. Hans-Georg Glathe, Zweigwerkstattleiter der Lebenshilfe e.V., betont ebenso wie Udo Schwens, Leiter der gesamten Werkstätten der Lebenshilfe, dass "wir ein Zahnrad in der Industrie sind – wie jedes Unternehmen auch." Das Einhalten von Lieferterminen und eine stets einwandfreie Produktqualität sind hier genauso selbstverständlich wie andernorts auch. "Bezogen auf die Qualität der Arbeit der Menschen mit Behinderung sind wir also keine Sonderwerkstatt", so die Leiter unisono, "und wollen das auch gar nicht sein. Allerdings ist bei uns das Besondere, dass unsere behinderten Mitarbeiter kontinuierlich arbeitspädagogisch begleitet werden." Nur so ist es möglich, dass die Menschen mit Behinderung über die Erträge auch ihr eigenes Arbeitsentgelt erwirtschaften. Ein Teil der Werkstattkosten – etwa die Fachkräfte- werden über den Landschaftsverband Westfalen-Lippe finanziert. Es gibt auch Außenarbeitsgruppen, also Werkstattmitarbeiter, die vor Ort in den Betrieben Aufträge abarbeiten. Zweigwerkstattleiter Glathe freut sich: "Diese Mitarbeiter werden sogar von den Firmen zu ihren eigenen Betriebs- und Weihnachtsfeiern eingeladen. Ein gutes Beispiel für Inklusion." Immer wieder bekommt die Werkstatt Besuch: Nicht nur von potentiellen Auftraggebern, sondern auch von Interessenten aus der Öffentlichkeit. "Da sind wir sehr aufgeschlossen und freuen uns auch, damit wir vermitteln können, das Menschen mit Behinderung ideal am Berufsleben teilhaben", so Leiter Schwens. Jetzt informirten sich die Mitglieder des Verwaltungsausschusses (VA) der Agentur für Arbeit Detmold, dem Gremium, das die Agentur bei der Aufgabenerfüllung unterstützt, über die Zweigwerkstatt der Lebenshilfe. Im Rahmen einer regulären Sitzung des VA der Arbeitsagentur wurden die Vertreter von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und öffentlicher Hand zunächst von den Experten der Agentur für Arbeit über die Situation von Schwerbehinderten und Rehabilitanden auf dem lippischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt sowie die vielfältigen Förderungsmöglichkeiten ausführlich informiert. Der Besuch wurde abgerundet durch eine Besichtigung der WfbM. Das Ziel: die Inklusion, als die Teilhabe behinderter Menschen im gesellschaftlichen, und vor allem im beruflichen Leben, voranzutreiben. Der Grundsatz der beruflichen Rehabilitation lautet: "So normal wie möglich, so speziell wie erforderlich!" Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses sind sich einig: "Nur durch eine enge Verzahnung der spezialisierten Bereiche und Netzwerkpartner ist eine erfolgreiche Beratung und Vermittlung sowie ein passgenaues Maßnahme- bzw. Leistungsangebot für Rehabilitanden möglich." Heinz Thiele, Leiter der Detmolder Arbeitsagentur, freute sich über die gemeinsame Aktion: "Denn mehr Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Behinderung schafft man nur im gemeinsamen Dialog." Das Rehabilitations-Team der Detmolder Arbeitsagentur besteht aus Reha-Beratern und Arbeitsvermittlern. In 2015 stehen der Agentur für Arbeit Detmold 10,2 Millionen Euro für Reha-Fördermaßnahmen und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zur Verfügung.
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Integration als oberstes Ziel
Verwaltungsausschuss der Arbeitsagentur für mehr berufliche Teilhabe
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