1. Wo Drachen auf fahrendes Volk treffen

    Kläschen mit Bardentreffen wird zum mittelalterlichen Spektaculum

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    Horn-Bad Meinberg (nr). Rauch stieg auf vor der Burg Horn und ein markerschütterndes Brüllen fegte durch die Straßen. Zu spät, wer jetzt noch dem Drachen Fangdorn dabei zuschauen wollte, wie er Räuber und Diebe vertrieb: Viel zu dicht gedrängt waren die Reihen der Zuschauer. Dabei war der Drache nur einer der vielen Höhepunkte auf Kläschen mit Bardentreffen.

    Zugegeben, einen leibhaftigen, Feuer speienden Drachen, der dazu auch noch lieb mit den Augen rollen kann, sieht man nicht alle Tage. Allein die Geschichte des "letzten Drachen der Welt" war einen Besuch wert. Oder vielleicht doch "Skyth incêndio – Spectaculum zu Pferde"? Hoch zu Ross oder auch zu Fuß zeigten die Darsteller auf der Bellicosus-Bahn ganz verschiedene Disziplinen mittelalterlicher Kampftechnik. Ob mit Schwertern, Speeren oder Fahnen – die Vorführungen waren mindestens so imposant, wie auch rasant. Eingebettet in eine schöne Geschichte, erlagen die Zuschauer schnell dem mittelalterlichen Charme der Darsteller. Fernab des wilden Kampfgetümmels gab es dann mittelalterliche Brätereien, die Taverne, Böttcher, Schmiede, fahrendes Volk mit schönem Tand, allerley Leckereyen und das eine oder andere Gläschen süßen Mets zum Verkosten. Das Ganze eingebettet in nette, freche oder fröhliche Lieder der Barden. Wer wollte, konnte sich, unter fachkundiger Anleitung von Rittern selbstverständlich, im Bogen- oder Armbrustschießen versuchen. Überhaupt gab es viele Ritter – und holde Burgfräulein. Manche schienen kaum dem Kindergartenalter entsprungen, bewegten sich mit Helm, Brustschutz, Schwert oder edlen Gewändern zielsicher durch die Menschenmassen, immer auf der Suche nach dem Drachen Fangdorn oder dem Plapperdrachen Fjodor. Da schien so mancher erwachsene Besucher arg ins Schwitzen zu kommen, um im Trubel das angehende Rittervolk nicht aus den Augen zu verlieren. Das mittelalterliche Treiben ließ die Uhren einmal rückwärts laufen und wurde ein Fest, das es mit allen Sinnen zu erkunden galt. Begonnen hatte Kläschen bereits am Freitag mit 15 Freiminuten auf allen Fahrgeschäften der Kirmes, die sich vom Marktplatz durch die Mittelstraße zog. Anschließend konnten die Besucher sich in Gaststätten und der Burgscheune kulinarischen Genüssen und viel Musik hingeben. Am Samstag und Sonntag wurden der Mittelaltermarkt und das Geschehen rund um die Burg vom Burgstraßenmarkt, Kinderprogramm, Willkommenfest und verkaufsoffenem Sonntag flankiert.

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