1. Märchenhafte Ausstellung

    Aktion von Marketing und Heimat- und Museumsverein

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    Lügde (afk).Lügde nimmt es ernst mit den Märchen: Erst seit Kurzem ist die Stadt Mitglied in der Deutschen Märchenstraße – nun haben sich der Heimat- und Museumsverein und Lügde Marketing entschlossen, gemeinsam auch eine erste Märchenausstellung zu konzipieren. Seit Anfang des Jahres, als die Idee zunächst vage entstand, bis zur Eröffnung an diesem Samstag werden die beiden Protagonisten Carolin Nasse und H. Juergen Leßmann einiges zusammengetragen haben, was diese Ausstellung, die den Titel "Rotkäppchen und die drei feurigen Rosen" trägt und bis zum 10. Januar andauern wird, reizvoll machen soll. "Wir zweifelten erst, ob wir überhaupt zur Märchenstraße gehören können", erinnert sich Carolin Nasse an die Überlegungen noch im letzten Jahr. "Uns fehlt ja hier eine Märchenfigur wie zum Beispiel Aschenputtel oder Dornröschen." Aber das sei auch kein Aufnahmekriterium, ließ die Organisation wissen. Wichtig sei, dass man eine Beziehung zu den Gebrüdern Grimm aufweisen könne. Und das konnte man, denn Wilhelm Grimm hielt sich 1813 nachweislich auf dem Köterberg auf und hat sich dort von einem Schäfer Märchen vortragen lassen. Ein Teil der Ausstellung widmet sich auch den Gebrüdern Grimm und ihrem Aufenthalt in Lügde. Dabei komme schon auch die ein oder andere Kuriosität zu Tage, kündigen die beiden an. "Zudem haben wir unter anderem mit einer Sammlung unserer lokalbezogenen Sagen und Mythen von Manfred Willeke und auch unserem noch recht neuen Mythenweg schon einiges auf diesem Gebiet vorzuweisen", sagt die Geschäftsführerin von Lügde Marketing, die inzwischen selbst auch im Marketing-Arbeitskreis der Deutschen Märchenstraße aktiv ist. Im Sommer bereits hatte es eine viel gelobte "Märchenstunde" im Emmerauenpark gegeben. Der erste Ansatz war, Märchenbücher zu sammeln, die in Regalen in Lügde und Umgebung zu finden waren, aber auch andere Gegenstände, die mit Märchen in Zusammenhang stehen. "Wir haben einen Presseaufruf gestartet und waren erstaunt, was wir da alles angeboten bekamen", freut sich H. Juergen Leßmann. "Das älteste Märchenbuch stammte immerhin von 1878." Man habe sich überlegt, dass Märchenbücher mit zwei sichtbaren aufgeschlagenen Buchseiten doch wenig attraktiv fürs Publikum sein würde. So entstand die Idee, auch Kostüme und Märchenfiguren einzubeziehen und sich nicht nur auf Märchen zu beschränken, sondern eben auch auf Sagen und Mythen zurückzugreifen. "So ist dann letztlich auch der zweigeteilte Titel entstanden – Rotkäppchen für die Märchen und das lokal bezogene Die drei feurigen Rosen für die Sagen und Mythen", erklärt Nasse. "So können jetzt die Besucher eine Entdeckungsreise durch das Lügder Heimatmuseum unternehmen, in dem viele märchenhafte und sagenumwobene Exponate zu sehen sind." Die Bad Pyrmonter Künstlerin Annegret Glawe-Tödtmann sorgte für die filigranen Illustrationen. Die Ausstellung sei bewusst für alle Altersgruppen konzipiert, betonen Nasse und Leßmann. Die jungen Besucher (auch die noch nicht lesen können), werden einige Überraschungen erleben. So wartet zum Beispiel in der Mägdekammer des Heimatmuseums ein Wolf und im Foyer ist eine Spiel- und Bastelecke eingerichtet. Wer noch tiefer in die Sagen- und Märchenwelt eintauchen will, kann das bei zwei zusätzlichen Veranstaltungen im Rahmen dieser Ausstellung tun: Am Sonntag, 29. November, gastiert "Castellos Puppentheater" um 15 Uhr bei einem Märchennachmittag im Museum. Ausschließlich für Erwachsene ist dann eine Lesung am Freitag, 4. Dezember. Es werde "unglaublich und unerhört", verspricht Elke Dießner von der Akademie für Erzählkunst. Sie hat ganz spezielle Geschichten dabei, mal romantisch, mal grausam-gruselig – auf jeden Fall höchst unterhaltsam. Noch sei man offen für weitere Veranstaltungen, die kurzfristig mit ins Programm aufgenommen werden könnten, sagt Carolin Nasse. Zudem werden die Kindertagesstätten und Schulen über die Ausstellung informiert. "Der lokale Bezug der Sagen und Mythen passt eigentlich auch gut in das frühere Fach Heimatkunde, dem jetzt wieder verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt wird", weiß H. Juergen Leßmann. Die Ausstellung wird täglich außer mittwochs von 14 bis 19 Uhr geöffnet sein.

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