1. Gute Musik mit Anspruch

    Mit ihre n Texten haben die "Vantasten" eigenen Stil entwickelt

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    Leopoldshöhe (kd). Die Band existiert bereits seit 33 Jahren, dennoch gehen den sechs "Vantasten" aus Lippe die Ideen nicht aus. Nach längerer Zeit traten sie jetzt wieder einmal im "Leo’s" in Leopoldshöhe auf. Die Hüte, Perücken und Clownerien von einst haben sie abgelegt. "Früher haben wir noch mehr Bühnenshow gemacht, aber wir wollen jetzt anständige Musik machen", meinte Sänger Peter Siegmann. Auch wenn darin ein ironischer Unterton mitschwang, so ist doch ein ernsthafter Kern enthalten. "Unser Ziel ist es, den Stil zu verfeinern", ergänzte Bandleader Jochen Schlingmann. "Und wir denken, dass wir auf einem guten Weg dazu sind." Die sechs Hobbymusiker sind unverkennbar von der Rock- und Beat-Ära der Sechziger- und Siebzigerjahre geprägt, jedoch nicht hier stehen geblieben. Das Besondere der "Vantasten": Sie verwenden ausschließlich eigene Kompositionen und deutsche Texte. Sänger Peter Siegmann schreibt sie zumeist. Die Themen kreisen um große Gefühle ("Aus eins mach ich zwei"), alltägliche Erfahrungen ("Sonnenbrand") und Erinnerungen an die eigene Jugend ("Ich bin doch nur ein Lackstar"). Auch Kritisches gehört zum Repertoire. Das Stück "Todesjäger" ist eine Absage an militärische Gewalt, "Samuel" richtet sich gegen Vorurteile und Fremdenfeindlichkeit. "Das gibt es aber schon länger, nicht wie bei anderen Bands, die jetzt erst anfangen ähnliche Stücke zu schreiben", meinte Peter Siegmann. In der Clubatmosphäre des "Leo’s", wo sich die Musiker und das Publikum sehr nah sind, können die deutschen Texte ihre Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite finden die überwiegend tanzbaren Stücke kaum ein Echo, da die Zuhörer gleichzeitig mit ihrem Frühstück beschäftigt sind. Doch das beeinträchtigte die Musiker glücklicherweise nicht. Die "Vantasten" legten sich ins Zeug als ob sie vor einem großen Publikum auftraten. Und musikalisch haben sie einiges zu bieten. In "Julimond" gelingt es, den Klassiker "Papa was a rolling stone" zu integrieren, was Günter Liske zu einem grandiosen Gitarrensolo nutzt. Nein, als Party- oder Coverband geben sich die "Vantasten" nun wirklich nicht her. Sie haben sich bewusst dagegen entschieden, andere nur nachzuahmen. Gleichwohl schaffen sie es mit ihrem zweistündigen Konzert, das Publikum mitzunehmen und in eine gewisse Stimmung zu versetzen. Der "Tanz im Regen", eine Erinnerung an eine an Krebs verstorbene Freundin, ist dafür nur eines von mehreren Beispielen. Die emotionalen Akzente setzt vor allem Dirk Wrenger mit seinem Saxofon. Die exzentrischen Soli, die er seinem Instrument entlockt, sind in der Lage, alle Spielarten von Gefühlen auszurücken. Wrenger nutzt seinen Freiraum überzeugend aus, mit den Paraphrasen zum Hauptthema eine eigene Dynamik zu entfalten. Die Einheit der Band mit den weiteren Musikern dem Bassisten Ralf Sdrenka, Sascha Gröger an den Drums und Jochen Schlingmann am Keyboard wird dadurch jedoch keineswegs in Frage gestellt. Fünf CS haben die "Vantasten" bereits produziert. Und auch für die Zukunft haben sie sich noch einiges vorgenommen. "Wir haben schon genug Material für eine neue CD", meinte Jochen Schlingmann. Von "Lippes meiste Rockband" (Eigenbeschreibung) wird also noch einiges zu erwarten sein.

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