1. Ein Fest zu Ehren der Musik

    MGV Leopoldshöhe lud zum Herbstkonzert mit Gästen

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    Leopoldshöhe (kd). "Man sieht es uns nicht an, aber wir sind jung geblieben", meinte Ernst-Udo Blöbaum, der Vorsitzende des Männergesangvereins Leopoldshöhe, in seiner Begrüßung zum Herbstkonzert. Am Ende konnten die Zuhörer in der evangelisch-reformierten Kirche feststellen, dass sich der Chor mit seiner Leiterin Carola Müller-Schmidt auch stimmlich weiterentwickelt hat. Als Gäste trat das Duo "vino rosso" auf. Was das 32-köpfige Ensemble antreibt, kam im "Festgesang" des Komponisten Christian Siegler deutlich zum Ausdruck. "Unser Singen erfülle ganz die Seele, lindre heute jeden Schmerz, dass dem Wahren, Guten, Schönen öffne sich das Menschenherz", heißt es darin. Der "Festgesang" ist zugleich eine Huldigung an die "Musik, du heilige Kunst". Und ihr zu Ehren haben die Sänger in der Vergangenheit viel an sich gearbeitet. Das Ergebnis konnte sich hören lassen. Souverän interpretierte der Männerchor das zarte "Ave Maria no morro" wie das gefühlvolle "Ave Maria der Berge". Beim "Exodus" konnten die Sänger dann wiederum die konzentrierte Kraft ihrer Stimmen einsetzen. Lange habe der MGV gebraucht, um den "Nachtgesang im Walde" von Franz Schubert zu verstehen, meinte der Ehrenvorsitzende Klaus-Walter Genett in seiner Moderation. "Ich wage zu behaupten, dass nicht viele Männerchöre das Musikstück beherrschen. Aber der MGV schafft es hier noch." Kein Zweifel, die Leopoldshöher Sänger meisterten die Herausforderung durch viele Tempi-Wechsel ohne Probleme. Auch vor ausländischen Texten schrecken sie nicht zurück, wie das flotte "Come and go" und das walisische "Gwahoddiad" bewiesen. Das letztgenannte Stück sei die "Einladung" zu einem methodistischen Gottesdienst, berichtete Moderator Genett. "Wir wissen nicht, welchen Text wir da singen, aber ich denke, wir singen ihn gut. Die Melodie ist jedenfalls spitze." Dieses Urteil trifft zweifellos auch auf die frisch einstudierten Lieder zu. "Die Rose" handelt von der Liebe, in "My Way" ("So war mein Leben") zieht jemand Bilanz über die eigenen Höhen und Tiefen. Das Lied hat einst Frank Sinatra international bekannt gemacht. Der Ruf nach einer Zugabe traf die Sänger nicht unvorbereitet. Mit einem gesungenen "Vater unser" verabschiedeten sie von ihren begeisterten Zuhörern. Die klassischen Chorsätze für Männerstimmen wurden im Wechsel durch Instrumentalmusik aus aller Welt ergänzt. Claudia Quakernack am Akkordeon und der Klarinettist Florian Stubenvoll vom Detmolder Ensemble "vino rosso" waren bereits mehrfach beim MGV Leopoldshöhe zu Gast und beeindruckten das Publikum diesmal erneut. Beide wurden schon wiederholt mit Preisen bedacht und sind im Hauptberuf als Musiklehrer tätig. Neben der verspielten Musette "Sous les ciels de Paris" und einem temporeichen "Csardas" widmete sich das Duo mehreren Klezmer-Stücken. Für jene Musik mit sowohl heiteren als auch melancholischen Botschaften bot die Leopoldshöher Kirche den geeigneten Resonanzraum. Akkordeon und Klarinette mit ihren klagenden bis trillernden Tönen ergänzten sich dabei in idealer Weise.

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