Lemgo (ag). Im Oktober wurden der Alten Hansestadt Lemgo allein über 130 Flüchtlinge zugewiesen. Menschen, die in dieser Stadt ihr Leben neu aufbauen werden. Der gegenwärtig zur Verfügung stehende Wohnraum für deren Unterbringung reicht bei gleichbleibenden Zuweisungen noch für wenige Wochen. Spätestens dann wird sich zeigen, wie die Lemgoer Bürger zur Integration von Flüchtlingen stehen. Werden sie Wohnraum zur Verfügung stellen, um die Menschen in ihrer Mitte unterzubringen? Oder setzen sie auf Sammelunterkünfte wie Schulen, Turn- und Mehrzweckhallen?
Die gegenwärtige Flüchtlingssituation fordert nicht nur Bund und Länder, sondern insbesondere die Kommunen ganz erheblich. Ein wesentlicher Punkt ist die Suche nach geeigneten Unterkünften. Die Stadt Lemgo hat sich längst entschieden, sie will ihre bisher erfolgreiche dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen nach Möglichkeit fortführen. Doch um genügend Wohnraum zu schaffen, fehlt etwas: "Mir fehlt Zeit", so Lemgos Bürgermeister Dr. Reiner Austermann. An Lösungen wird intensiv im Rathaus gearbeitet, doch zum Teil dauert es noch einige Wochen bis Monate bis diese neuen Unterkünfte zur Verfügung stehen. Eine Unterbringung in Turnhallen und Mehrzweckhallen soll nach Möglichkeit weiter vermieden werden. Einerseits wegen der Raumsituation für die Menschen, die dort leben müssen, und anderseits, damit die Hallen weiterhin für den Schul- und Vereinssport nutzbar sind. Zur Lösung der Unterbringungsfrage appelliert Bürgermeister Dr. Reiner Austermann an private Grundstückeigentümer und Vermieter, der Stadt freien Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten. Damit könnte die Nutzung von Sport- und Mehrzweckhallen verzögert beziehungsweise vermieden werden. Dr. Reiner Austermann: "Trotz des derzeit guten Wetters müssen wir uns darüber im Klaren sein, dass der Winter vor der Tür steht und wird den Menschen ein vernünftiges Dach über dem Kopf geben müssen." Deshalb sein dringender Appell an die Lemgoer: "Melden Sie sich bitte bei uns, wenn Sie uns Wohnraum anbieten können", dies gilt auch für Wohnungen, die vielleicht vor Monaten noch aus verschiedenen Gründen nicht in Betracht kamen, jetzt aber aufgrund der neuen gesetzlichen Möglichkeiten genutzt werden könnten. Gerne ist die Stadt auch an längerfristigen Verträgen interessiert. Ansprechpartner in der Lemgoer Verwaltung sind Dieter Bredemeier (Telefon 05261 / 213-201 oder per E-Mail "d.bredemeier@lemgo.de") und Andreas Fritz (Telefon 05261 / 213-203 oder per Email "a.fritz@lemgo.de"), die sich federführend um die Unterkunftsfragen für Flüchtlinge kümmern.