Bad Salzuflen (dib). Er ist bekannt unter dem Namen "Sparkassenkalender" und hat seit 1969 in Wohnzimmern, Fluren oder Treppenhäusern einen festen Platz. Den Malern der Lippischen Kunstszene ist es auch in diesem Jahr gelungen, mit abwechslungsreichen Werken von hoher Qualität den Lippischen Kunstkalender für das Jahr 2016 zu gestalten.
In einer Ausstellung der Sparkasse Lemgo an der Rudolph-Brandes-Allee stellen zwölf lippische Künstler noch bis Ende November über 50 ausgewählte Werke vor, die sich durch Qualität, künstlerische Vielfalt und Originalität auszeichnen. Das Besondere dieser Ausstellung ist das farbenfrohe Nebeneinander verschiedenster Themen, Stile und Gestaltungsabsichten. Die in der Ausstellung präsentierten Bilder stehen für moderne Gegenwartskunst, die sowohl nationale als auch internationale Strömungen verarbeitet. So unterschiedlich wie ihre Stile sind die Beweggründe und die Arbeitsweisen der Künstler. Die für den Sparkassenkalender ausgewählten Werke bringen deshalb die gesamte künstlerische Vitalität der Region Lippe zum Ausdruck. Eine sach- und fachkundige Jury hat daraus 13 Bilder für den Lippischen Kunstkalender 2016 ausgewählt. Die Künstlerinnen und Künstler, deren Bilder im Kalender zu sehen sind, haben es geschafft, ihren unverwechselbaren Stil zu finden. Das ist der Hauptgrund, warum sie in der regionalen Kunstszene einen festen Platz mit hohem Wiedererkennungswert haben. Denn Lippes Künstler identifizieren sich mit ihrer Region. Der Jury ist die Entscheidung, aus den Werken von Annely Delker aus Lemgo, Marion Doxie Delaubell aus Schieder-Schwalenberg, Wolfgang Heinrich aus Herford, Vera Kunas aus Lage, Redzep Memisevic aus Bad Salzuflen, Anastasiya Nesterova aus Schwalenberg und Münster, Igor Oster aus Blomberg, Sigurd Schade aus Lage, Dagmar Stark aus Lemgo, Sieglinde Strohmeier aus Barntrup, Erika Stumpf aus Schieder-Schwalenberg und Christine Venjakob aus Leopoldshöhe repräsentative und aussagekräftige Bilder für den Lippischen Kunstkalender 2016 auszuwählen, nicht leicht gefallen. Die stellvertretende Leiterin der Kunstagentur Lippe, Dr. Mayari Granados, stellte die einzelnen Kalenderblätter vor und beim ersten flüchtigen Durchblättern des Kalenders fällt auf, dass die Jury wiederum eine ausgewogene Bildauswahl getroffen hat. Schon das Titelblatt "Abstraktionen" vom Altmeister des Aquarells Wolfgang Heinrich weckt die Neugier auf den gesamten Kalenderinhalt. Mit schnellen, aber gekonnten Pinselstrichen aneinandergereihte Farbflächen von hoher Leuchtkraft mit runden und geometrischen Formen ergeben bei Heinrich ein harmonisches Gesamtbild, das jeden Betrachter ermutigt, individuelles Empfinden erleben zu können. Die Wirkung der Farben kommt auch auf dem Februarblatt zur Geltung, denn auch Redzep Memisevic ist ein Meister der Farben. Aus monochromen Farbfeldern lässt er Räume entstehen, in denen ein Mädchen im Profil und Gegenstände hervorstechen um wieder mit dem Hintergrund zu verschmelzen. Christine Venjakobs "Mohnblume" stimmt den Betrachter im Mai auf den Frühling ein. Aus verhaltenem, fast neutralem Hintergrund sticht das leuchtende Rot der Mohnblüte um so deutlicher hervor. Die größte Überraschung des Kalenders erwartet den Betrachter jedoch im Dezember. Bei Sigurd Schades Aquarell einer Winterlandschaft am Bachlauf, im fotorealistischen Stil gemalt, der auf den ersten Blick kein Aquarell vermuten lässt, verspürt man die eisige Kälte eines knackigen Wintertages. Wer den Lippischen Kunstkalender 2016 in seine eigenen vier Wände hängen möchte, sollte sich beeilen, er liegt bereits in den Filialen der Sparkasse Lemgo aus. Erfahrungsgemäß wird die Nachfrage wieder größer sein als die Auflage von 15.000 Exemplaren. Deshalb ist das Kunst- und Kultobjekt "Sparkassenkalender" sicher wieder schnell vergriffen. Aber auch ein Blick in die Kunstausstellung, die bis 30. November zu den Öffnungszeiten der Sparkasse zugänglich ist, ist lohnenswert. Und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Lemgo, Horst Selbach, versicherte, daß es den Lippischen Kunstkalender auch in der Zukunft geben wird. "Was sollen unsere Kunden denn sonst mit dem hellen Fleck auf ihren Tapeten machen", sagte er scherzhaft.
