1. Zurück an der Rintelner Straße

    Restaurierte Kupferglocke in der Friedhofskapelle ausgestellt

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    Lemgo (pro). Nach Fund, Recherche und Restaurierung lässt sich sagen: Was lange währt, wird endlich gut. Auf dem Friedhof Rintelner Straße ziert nun eine Glocke, die mindestens von 1949 bis in die 1970er in einem Gerüst die Schließzeiten des Geländes ankündigte, die Kapelle. Der Verein Alt Lemgo präsentierte gemeinsam mit der Stadt das Relikt aus vergangenen Zeiten an seinem zukünftigen Stammplatz. 1887 von der Firma H. Trebbe gegossen, entging sie als eine der wenigen Lemgoer Glocken der Einschmelzung über zwei Weltkriege hinweg. "Wann sie das erste Mal hier läutete, lässt sich allerdings bis heute nicht genau sagen", berichtete Karl-Heinz Richter, ehemaliger Vorsitzender von Alt Lemgo. Seit den 70er-Jahren war die 30 Kilogramm leichte Glocke im Keller der Wallschule gelagert und ging 2014 an den Verein über. Es folgte eine intensive Phase der Spurensuche. Der Verein fand mit Karl-Heinz Richter und Ernst-Antonius Paulussen an der Spitze in Archiveinträgen und durch Hinweise von Zeitzeugen heraus, dass ihr Fundstück eventuell auch schon vor Ende des Zweiten Weltkrieges auf dem Friedhof seinen Dienst tat: Die Friedhofsordnung von 1937 verfügte, dass eine Viertelstunde vor Schließung der Tore durch Geläut darauf aufmerksam zu machen sei. Ob es diese Glocke war, die jene Aufgabe erledigte, sei jedoch nicht mehr zu klären. Nach den Jahren im Holzgerüst und im Keller hatte die Zeit ihr Übriges getan, so dass sich Vereinsmitglieder gemeinsam mit der Firma "Kramp & Kramp" der sorgfältigen Restaurierung annahmen. Jetzt ist die Glocke zurück an ihrer ehemaligen Wirkungsstätte – allerdings im Ein-gangsbereich der Kapelle, wo das empfindliche Kupfer vor Wind und Wetter sicher ist. Dort zeigt sich die Glocke zukünftig stumm den Friedhofsbesuchern – geläutet wird sie nicht mehr. Eine Ausnahme machte Bürgermeister Dr. Reiner Austermann bei der Präsentation und freute sich über das Projekt, welches durch Bürgerengagement realisiert werden konnte. "Es ist schön zu sehen, wie die Vereine sich zusammentun", stellte Austermann fest und blickte dabei zu Herbert Fischer und Patrick Busse vom TV Lemgo. Der Turnverein hatte Ende Juni mit einem Spendenlauf 2.000 Euro eingenommen. Diesen Betrag sprach man zu gleichen Teilen dem Erhalt der Vereinsturnhalle und den Instandsetzungsarbeiten der Glocke zu. Mit der Verbringung der Glocke in die Kapelle ist die Übergabe zurück an die Stadt Lemgo, die eigentlich schon im Frühjahr stattfand, vollständig abgeschlossen.

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