Leopoldshöhe . Linienführung und Pünktlichkeit von Bus und Bahn sind in der Großgemeinde Leopoldshöhe nach Ansicht des Fahrgastverbandes "Pro Bahn" nicht optimal. Während die Linien 349 und 351 zwischen Leopoldshöhe Zentrum und Bahnhof Oerlinghausen überwiegend pünktlich sind, fahre die Linie 369 als Zubringer zum Bahnhof (Oldentrup, Bechterdissen, Asemissen-Bahnhof) zum Ärger der Benutzer seit Jahren zahlreich am Fahrplan vorbei. Der Anschluss zum Zug ist dann verpasst. Die Busaufreihung am Bahnhof in Asemissen ist für viele ÖPNV-Nutzer sehr unübersichtlich, lässt oftmals eine eideutige Fahrtzielerkennung nicht zu. "Eine ortsunkundige Dame fragte in gebrochenem deutsch: warum fahren so viele Busse nach Pause?", berichtet Willi Wächter vom Fahrgastverband "Pro Bahn". Solche Situationen seien kein Einzelfall. Seit Jahren fordere man am Bahnhof eine digitale Fahrplananzeige, die von der kommunalen Verkehrsgesellschaft (KVG) immer wieder zugesagt , bis heute aber nicht realisiert worden sei. Drei Buslinien, 349, 351 und 349, fahren zwischen Asemissen und Leopoldshöhe Zentrum prallel über die Hauptstraße an den Siedlungsschwerpunkten vorbei. "Dort, wo potentielle Fahrgäste wohnen, gibt es keine Haltestellen. Milser Heide und Danziger Straße sowie Birkenstraße kennen keinen Busverkehr", so Wächter. Die Situatioin sei noch viel schlimmer. "Das neue Bebauungsgebiet Grester Straße ist eine ÖPNV-Wüste. Es kennt außer einem Schullbus keine regelmäßige Busanbindung. Die Siedlung wurde geplant und vom Rat abgesegnet, ohne notwendige Busanbindung." In den Anfangsjahren des Pendel-Leo wurde die Milser Heide noch bedient, später jedoch gab es gegen den "Pro Bahn"-Protest eine geänderte Linienführung. Vorbildlich sind bereits die überdachten Fahrradabstellplätze an der West- und Ostseite der Bahnsteige. Für motorisierte Zweiräder hat die Gemeinde kürzlich eine separate Abstellfläche eingerichtet. Als Novum wird in ein paar Tagen ein weiterer großer Unterstand für 10 bis 15 Fahrräder in Betrieb gehen. "Die Pünktlichkeit des Schienenverkehrs ist seit langem kein Vorzeigemodell", moniert Willi Wächter. Es fehle an der Zuverlässigkeit und mangelnder Fahrgastinformation. Entweder sind es massive Verspätungen oder Zugausfall. "Niemand, der einer pünktlichen Arbeit nachgeht, kann es sich erlauben, ständig zu spät zu kommen. Für die Schiene wird desdhalb dringend eine Beschleunigungsoffensive benötigt", fordert Wächter. Der ÖPNV steht in Konkurrenz zum Auto und hat nur dann eine Chance, wenn er mit Pünktlichkeit, Ortsnähe und Umweltfreundlichkeit punkten kann. Wenn aufgrund der demographischen Entwicklung zukünftig ein Bevölkerungsschwund zu verzeichnen ist, muss diese Entwicklung durch zusätzliche Fahrgäste ausgeglichen werden. Dazu bedarf es neuer Impulse und einen kräftigen Schwung nach vorne von vielen Beteiligten.
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Busse und Bahnen benötigen Neuorientierung
"Pro Bahn" fordert entscheidende Investitionen für die Zukunft des ÖPNV
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