Kreis Lippe/Detmold. Menschen, die einen nahen Angehörigen durch Suizid verloren haben und sich gern mit anderen Betroffenen austauschen möchten, können sich an die Selbsthilfe-Kontaktstelle im Kreis Lippe wenden. Sie möchte helfen, einen regelmäßigen Austausch anzubieten.
"Ich habe meine Frau durch Suizid verloren und bin mit vielen Fragen allein zurückgeblieben. Andere Menschen sind für mich da, aber es bleibt das Gefühl, dass jemand, der das nicht erlebt hat, nicht ganz verstehen kann, wie es mir geht." sagt Wolfgang W. Er hat sich an die Selbsthilfe-Kontaktstelle gewandt und möchte Menschen kennenlernen, die das Gleiche erlebt haben und es kennen, dass immer wieder diese Fragen auftauchen: Was hätte ich noch tun können, um Sie/Ihn zu retten? Wer hat Schuld? Warum hat Sie/Er es getan? Ist es richtig, dass ich so wütend auf Sie/Ihn bin? Was kann ich tun, um das alles besser zu verstehen? Wie kann ich meine Situation verbessern? "Viele Fragen werden unbeantwortet bleiben. Die Erfahrung, wie andere Menschen in derselben Situation allmählich auch ohne Antwort ins Leben zurück zu finden, kann dabei helfen, das zu akzeptieren und selbst wieder zu leben." sagt Karin Marciniak von der paritätischen Selbsthilfe-Kontaktstelle in Lippe. Erfahrungemäß steht zu Beginn steht der Austausch über Trauer und Wut im Vordergrund, später das Gespräch über neue Perspektiven und Hoffnungen. "Glücklicherweise sind nicht viele Menschen von diesem schweren Schicksal betroffen. So dass wir vermutlich nur wenige Gleichbetroffene in Lippe miteinander ins Gespräch bringen können. Aber wir wollen Herrn W. gern dabei unterstützen, Gleichbetroffene für einen regelmäßigen Austausch zu finden." ergänzt Karin Marciniak. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle an der Schorenstraße 12, ist montags bis mittwochs von 10 bis 13 Uhr und donnerstags von 14.30 bis 17.30 Uhr unter der Rufnummer (05231) 561260 oder per E-Mail an "selbsthilfe-lippe@paritaet-nrw.org" erreichbar. Weitere Infos auf "www.selbsthilfe-lippe.de".