Oerlinghausen (kd). Seinen 70. Geburtstag feierte der Ortsverein Oerlinghausen der Arbeiterwohlfahrt (AWO). Der Vorsitzender Reinhard Wollny hieß zahleiche Gäste im Begegnungszentrum an der Hauptstraße willkommen – unter ihnen die beiden früheren Vorsitzenden Hans Seidel und Günter Neese. Wollny begrüßte außerdem den Bundestagsabgeordneten und zukünftigen Bürgermeister Dirk Becker, den stellvertretenden Bürgermeister Volker Neuhöfer, den AWO-Kreisvorsitzenden Dirk Schwerdtfeger, Gundel Becker als stellvertretende Vorsitzende der AWO Oerlinghausen sowie die Vertreter der Ortsvereine aus der Nachbarschaft. Seiner Festrede gab Wollny die Überschrift "70 Jahre – na und? Das ist doch kein Alter" Im Oktober 1945 gründeten einige Frauen und Männer, deren Namen heute nicht mehr bekannt sind, die Arbeiterwohlfahrt in Oerlinghausen. Erster Vorsitzender war Julius Sieveke, es folgten Hermann Fuhrmann, Martin Garnjost, Fritz Diekhof, Erich Diekhof, Alfred Boxhammer, Hans Seidel und Günter Neese. Direkt nach dem zweiten Weltkrieg mussten Lebensmittel ausgegeben und Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten unterstützt werden. Anni Cors und ihren Helferinnen fuhren so manches Mal über Land, um bei Bauern Lebensmittel zu ergattern Die ersten Treffen fanden im Essener Hof (heute Stadtschänke) statt, wo im Saal Kleider und Haushaltsgegenstände an die Flüchtlinge ausgegeben wurden. Im Stadthotel wurden Weihnachtsfeiern organisiert, und 1951 begannen die Kinderverschickungen auf die Nordseeinsel Amrum. Ab Mitte der 1960er Jahre wurden Familienfreizeiten in Sontra im Harz durchgeführt. Zehn Jahre trafen sich die Mitglieder im "Altenstübchen" an der Friedrichstraße, um dann in das damalige Bauamt an der Alexanderkirche umzuziehen. 22 Jahre blieb dieser Treff bestehen, ehe man 1998 in der Hauptstraße in der ehemaligen Gaststätte Süllwald eine neue Heimat fand. Seit 2007 befindet sich das AWO-eigene Begegnungszentrum im Altstadt Domizil, ebenfalls in der Hauptstraße. "Im Laufe der Zeit hat sich selbstverständlich ein Wandel in der Arbeit der AWO ergeben", sagte Wollny. "Dienten die ersten Schritte der Daseinsvorsorge bei den Hilfsbedürftigen, dienen die Treffen heute der Erbauung und dem Zeitvertreib". So bietet die AWO Oerlinghausen ihren 150 Mitgliedern regelmäßige Seniorentreffen und jeden zweiten Dienstag im Monat ein gemeinsames Frühstück an. In Dirk Becker, der nach eigenen Worten mit drei oder vier Jahren zum ersten Mal im Stübchen war, "schlummern 50 Jahre AWO-Vergangenheit". Es war seit seiner Kindheit immer ein Thema auf allen Familientreffen der Beckers. Der AWO-Kreisvorsitzende Dirk Schwerdtfeger sagte: "Die Aufgaben der AWO haben sich verändert. Der Schwerpunkt liegt heute in der Seniorenarbeit, und die AWO wird die Aufnahme und Integration der heutigen Flüchtlinge unterstützen. Dieser Ortsverein hält auch weiterhin die Augen offen".
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Siebzig Jahre sind kein Alter
AWO 1945 – aus ähnlichen Motiven wie heute gegründet
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