1. Schnuppern im Dienste der Wissenschaft

    5. Wohnmedizinisches Symposium und Detmolder Riechstudie zu Ammoniak

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    Detmold (ab). Gefahren durch Strahlung, schlechte Gerüche oder Lärm – Viele Faktoren können unsere Behaglichkeit stören. Beim fünften Wohnmedizinischen Symposium an der Hochschule OWL in Detmold beschäftigen sich Experten mit Themen zu Innenräumen. Am Vortag, Freitag, 6. November, haben Bürger wieder die Möglichkeit, ihre Fragen rund ums gesunde Wohnen zu stellen. Außerdem findet parallel zur Veranstaltung die dritte Detmolder Riechstudie statt. Mitmachen können Studenten, Teilnehmer des Symposiums und die Besucher der Bürgerfragstunde. Und zwar anonym. Denn für die Untersuchung sind lediglich Angaben zu Alter und Geschlecht und ob man Raucher ist, wichtig. Diesmal wird der Stoff Ammoniak untersucht. Er wird frei, wenn Dämmstoffe wie etwa Glaswolle oder andere Füllungen nass werden. Der Stoff wird geruchsloser Luft in verschiedenen Konzentrationen beigemischt. Die Probanden der Studie sollen angeben, ab wann sie den Geruch wahrnehmen und ab wann er als unangenehm empfunden wird. Diese sogenannte "Riechschwelle" liege weit unter dem Bereich, wo es gesundheitlich gefährlich wird, betont Dr. Manfred Pilgramm. Der HNO-Arzt ist Lehrbeauftragter für Wohnmedizin an der HS OWL. Man kennt die Schwelle für Ammoniak bisher nicht. Es gehe bei dem Ergebnis um Komfort und Wohlbefinden, sagt Professorin Uta Pottgiesser, Dekanin des Fachbereichs Architektur und Innenarchitektur. Erkenntnisse über Riechschwellen bestimmter Stoffe finden Einzug in die Entwicklung von Materialien und Baustoffen, und werden im Leitfaden des Bundesumweltamtes aufgenommen. 100 Probranden braucht es, damit das Ergebnis der Studie anerkannt wird. Bei der wissenschaftlichen Auswertung arbeitet die Detmolder Hochschule erneut der Anbus Analytik GmbH (Fürth) und dem Bremer Umweltinstitut zusammen. Im Rahmen des Symposiums werden auch die Ergebnisse der ersten beiden Riechstudien vorgestellt. Das von Manfred Pilgramm organisierte Symposium am 7. November steht unter dem Titel "Wohnmedizin im Innenraum". Ein wichtiges Thema, denn statistisch gesehen halten wir uns über 80 Prozent des Tages in Räumen auf, sagt Uta Pottgiesser. Die Themen sind diesmal: "Radon im Wohnraum – eine unterschätzte Gefahr?", "Wohnräume mit Lehm – immer gesund und behaglich?", "Volle Konzentration in Schule und Büro – Neues und Bewährtes in der Raumakustik", "Ökologische Dämmstoffe – wirklich nur gut?", "Gerüchen auf der Spur und "Fördert ‚Smarthome’ die Behaglichkeit in Innenräumen?" Die Lungenkrebsrate sei noch nicht so sehr gefallen, obwohl es weniger Raucher gebe, sagt Pilgramm. Immerhin gelte die natürliche Strahlung von Radon, die in einigen Regionen Deutschlands aus dem Boden aufsteige und durch den Keller in Häuser eindringe, als zweihäufigste Ursache für Lungenkrebs. Was hingegen nicht so bekannt ist: Auch von Lehmputz könne Strahlung ausgehen (Thoron). Der Schwerpunkt "Architektur und Gesundheit" soll an der Hochschule weiter ausgebaut werden, erklärte Uta Pottgiesser. Man habe auch einen Antrag auf Gründung eines eigenen Instituts gestellt, um mit den Fördermitteln die Forschung voranzutreiben. Für die Konferenz gibt es 9 Weiterbildungspunkte für Ärzte. Architekten und Innenarchitekten bekommen 4. Anmeldungen sind möglich über die Seite "www.werkstatt-emilie.de". Fragestunde für Bürger Im Vorfeld der Konferenz findet bereits am 6. November von 15 bis 18 Uhr eine Bürgerfragestunde für alle Interessierten rund um das Thema "Gesund Wohnen" statt. Fragen können vor Ort gestellt oder vorab per E-Mail eingereicht werden an "wohnmedizin.fb1@hs-owl.de". Die Antworten werden nach der Veranstaltung im Internet auf "www.hs-owl.de" veröffentlicht.

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