Bad Salzuflen. Zum ersten Mal seit den fünf Jahren ihres Bestehens lernen Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Aspe Russisch. Zwei Kurse wurden gebildet. Ein Schuljahr lang werden grundlegende sprachliche Kompetenzen ausgebildet, aber auch Landeskunde soll nicht zu kurz kommen.
Der Wahlpflichtunterricht Russisch ist ein Angebot von vielen im Rahmen des Ergänzungsunterrichtes. Ab der 8. Klasse wählen die Schüler ein weiteres Fach aus einem Angebotskanon, der von naturwissenschaftlichen und sprachlichen bis zu kreativen Fächern reicht. Neben den Sprachen Spanisch, Latein, Italienisch und Schwedisch sowie einem English Drama Kurs stand auch Russisch zur Auswahl und wurde in diesem Schuljahr so stark gewünscht, dass zwei Lerngruppen eingerichtet wurden: eine im 8. und eine im 10. Jahrgang. "Zunächst steht die Vermittlung der russischen Schrift, also des kyrillischen Alphabets im Vordergrund. Auf der Grundlage beginnt dann die gezielte Aneignung von Wortschatz und Redemitteln. Ziel des einjährigen Kurses ist es, dass sich die Schüler mit Hilfe ihrer Kenntnisse in einer touristischen Situation sicher fühlen", so Russischlehrerin Cornelia Scherer. Die Acht- und Zehntklässler beim Schreiben der fremd wirkenden Buchstaben zu unterstützen, erinnert sie an die Zeit, als sie selbst ihre ersten kyrillischen Buchstaben in der fünften Klasse in Schwerin erlernte. Die Motivation der Schüler, Russisch zu wählen, hat zwei Hauptaspekte. Schüler, die aus übergesiedelten Familien stammen, beherrschen die Sprache oft noch mündlich, da sie in der Familie neben Deutsch als Alltagssprache besonders von Eltern und Großeltern gepflegt wird. Diese Schüler wollen vor allem Lesen und Schreiben lernen. Andere, nicht-russisch stämmige Kinder haben sich aus Entdeckerfreude für das durchaus exotisch anmutende Unterrichtsfach entschieden. Dass ihnen die erworbenen Kompetenzen in ihrer späteren beruflichen Karriere von Nutzen sein können, davon ist Scherer überzeugt, schließlich ist Russland mit 145 Millionen Einwohnern das größte und bevölkerungsreichste Land Europas. Zwar hat das russisch-deutsche Verhältnis seit der Ukrainekrise einen Rückschlag erlitten, aber die Handelsbeziehungen Richtung Osten werden sich in unserer globalen Welt weiter entwickeln, da ist Scherer sicher.