1. Passanten vereiteln eine Vergewaltigung

    40-jähriger Täter in U-Haft: Höchstwahrscheinlich für mehrere Straftaten verantwortlich

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    Lemgo/Leopoldshöhe (nok). Aufmerksame, couragierte und mutige Passanten haben am vergangenen Dienstag eine 18-jährige Frau vor einer Vergewaltigung bewahrt. Auf dem Seitenstreifen der Vlothoher Straße war die junge Frau tagsüber von einem 40-jährigen Mann von ihrem Fahrrad gezerrt und massiv bedroht worden. Die zufällig vorbeifahrenden Zeugen hatten die Situation sofort erkannt, stoppten ihre Fahrzeuge und eilten der Radlerin zur Hilfe. Sie alarmierten die Polizei und setzen den Täter mit vereinten Kräften fest, dass dieser nicht flüchten konnte. Dass sie mit ihren beherzten Eingreifen nicht nur die junge Frau vor einer Vergewaltigung gerettet, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit einen lange gesuchten Serientäter gestellt hatten, war den drei Frauen im Alter zwischen 18 und 53 Jahren und dem 52-jährigen Mann bis dahin ebenso wenig klar, wie der kurz darauf eintreffenden Polizei. Erst bei den Vernehmungen der Kriminalpolizei stellten sich mögliche Zusammenhänge mit anderen Sexualstraftaten aus der Vergangenheit heraus. Inzwischen sind sich Polizei und Staatsanwaltschaft sehr sicher, dass Ihnen ein seit über einem Jahr gesuchter Serientäter ins Netz gegangen ist, der in den vergangenen Jahren mehrfach junge Mädchen sexuell missbraucht haben soll. Täterbeschreibungen, das Tatprofil, das Fahrzeug des Täters sowie bei einer Wohnungsdurchsuchung gefundene Beweismittel stellen für den am Dienstag festgenommenen und inzwischen in Untersuchungshaft sitzenden Lipper, laut der Ermittler eine erdrückende Beweislast dar.

    Kriminalhauptkommissarin Claudia Imig und Staatsanwältin Gisela Brinkforth-Pekoch zeigten sich bei einer Pressekonferenz am Donnerstag erleichtert. "Wir mussten davon ausgehen, dass der für uns bis dahin unbekannte Täter weitere Straftaten verüben wird. Die versuchte Vergewaltigung in Lemgo hat uns in dieser Befürchtung leider bestätigt, letztlich aber auch zum Erfolg geführt«, sagte Claudia Imig. Obwohl bisher kein Geständnis des Festgenommenen vorliegt und abschließende DNA-Abgleiche noch ausstehen, gilt für die Polizei in Lippe der sexuelle Missbrauch an einem 11-jährigen Mädchen aus Leopoldshöhe (vor 14 Monaten) als aufgeklärt. Drei Monate hatten mehrere Ermittler der Kriminalpolizei aus Lippe und aus Bielefeld im vergangenen Jahr versucht, diesen Fall zu lösen. Obwohl man dabei zahlreichen Hinweisen nachgegangen ist, mehrere 100 konkrete Spuren verfolgt und Massengentests durchgeführt hat, konnte der Täter bisher nicht ermittelt werden. "Da der 40-jährige Handwerker aus Lippe bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten war und es keine Zeugenhinweise zu ihm gegeben hat, ist er durch das Fahndungsraster gefallen", so Kriminaloberrat Bernd Flake, Leiter der Detmolder Kriminalpolizei. Neben der Tat in Leopoldshöhe werden dem Festgenommenen auch zwei weiter zurückliegende Taten in Bielefeld-Baumheide vorgeworfen. In allen drei Fällen hatte der Täter jeweils jungen Mädchen in der Nähe von Bushaltestellen aufgelauert und sie anschließend sexuell belästigt oder missbraucht. Mit Rücksicht auf das familiäre Umfeld des dringend Tatverdächtigen, machten die Ermittler keine weiteren Angaben zur Person. Ein Lob zollte die Polizei den vier Passanten, die am Dienstag auf offener Straße nicht weggeschaut, sondern beherzt eingegriffen haben. "Sie haben alles richtig gemacht, einer jungen Frau aus ihrer Notlage geholfen und schnell die Polizei informiert", erklärte Bernd Flake.

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