1. Handwerksbetriebe gehen in die Offensive

    Ein Info-Bus soll Schülern die Perspektiven im Handwerk näher bringen

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    Kreis Lippe. Mit dem Motto "Komm wie Du bist" will die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe junge Menschen zu einer handwerklichen Ausbildung animieren. Die rund 2.200 Mitglieder der Handwerksorganisation bilden jährlich 1.200 Jugendliche in über 35 Berufen aus. Damit ist das Handwerk einer der größten und vielfältigsten Ausbilder der Region. "Kaum ein Unternehmen kann auf eine so lange Erfolgsgeschichte zurückblicken wie das Handwerk selber", sagt der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe Michael H. Lutter. Seit Jahrzehnten bildeten die Betriebe in klassischen Berufen und in innovativen Branchen aus. Das Skurrile: Jeder kenne und beauftrage Handwerker. Das Handwerk sei unverändert gefragt und nicht wegzudenken. Trotzdem werde die Branche von Nachwuchssorgen geplagt. Die Ursachen seien dabei so vielfältig wie die Berufe selbst. In der Gesamtbetrachtung sei es allerdings nicht nur ein Faktor, der dafür verantwortlich ist, sondern die Summe vieler Faktoren - angefangen bei der demografischen Entwicklung der Gesellschaft über die Veränderungen im Bildungssystem bis hin zur Akademisierung der Gesellschaft. Was die einzelnen Betriebe wirklich bieten sei oft nicht bekannt und im Wust der Ausbildungsangebote ist es den einzelnen Handwerksbetrieben auch kaum möglich, Auszubildende zu finden. Die Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe ergreift vor diesem Hintergrund die Initiative und startet unter dem Namen "Komm wie Du bist" eine regionale Kampagne für die eigenen Handwerksbetriebe, um zukünftig deren Nachwuchssituation zu verbessern. "Mit dem Motto will das Handwerk zum Ausdruck bringen, dass wir uns auf eine authentische Jugend mit all` ihren Ecken und Kanten freuen und sich niemand für uns verbiegen oder verstellen muss. Die Botschaft soll sein, dass das Handwerk viel Platz für Individualisten bietet und Selbstbewusstsein gefragt ist", so Kreishandwerksmeister Gerd Töpper. Dass das Handwerk der Jugend Perspektiven bieten kann, erläutert Lutter: "Familiäre Betriebe mit guten Lehr- und Ausbildungsbedingungen, innovative Werkstätten mit Raum für Ideen, solide Berufe mit guten Perspektiven, vielseitige Einsetzbarkeit, Ausbildungsplätze in der Nähe des Wohnortes und abwechslungsreiche Arbeiten sind die zentralen Aspekte, die für eine Ausbildung im Handwerk sprechen". Im Fokus der Kampagne stehe dabei ganz klar das Ziel, den Schülern der Klassen 8 bis zehn diese Vorteile zu vermitteln. Um diese Zielgruppe zu erreichen, geht die Offensive direkt an die Schulen. Dafür wurde eigens ein Airstreamer-Bus umgebaut. "Dieser Azubis-Bus stellt die mobile Einheit dar, um im Einzugsgebiet präsent zu sein und das Handwerk überall erlebbar zu machen", beschreibt Töpper und freut sich, dass das Fahrzeug bereits jetzt schon gut terminiert ist und Tag für Tag an einer anderen Schule in den Kreisen Paderborn und Lippe unterwegs sein wird. Die Innovationskraft und die Modernität des Handwerks sollen dabei für die Jugend aber auch für die Lehrer erlebbar werden und überzeugen. Im Mittelpunkt stehe bei der Kampagne die Aufklärung im sinnvollen Umfang. Denn sowohl die unterschiedlichen Berufe seien unzulänglich bekannt, wie auch die Qualität der Ausbildung und die Perspektiven im Handwerk. Insbesondere die Lehrkräfte seien neben den Eltern ein ganz wichtiger Partner im Prozess. "Durch die Bereitstellung umfangreicher Unterrichtsmaterialien und die Ausrichtung von Lehrersymposien wollen wir die Lehrer mit an Bord holen", so Lutter. Abgerundet wird die Kampagne durch eine Stellenbörse im Internet. Dort sollen Betriebe unkompliziert und schnell mit der Zielgruppe zusammen kommen. Auf der Website www.komm-wie-du-bist.com sei es in nur drei Schritten möglich, sich auf einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz im Handwerk zu bewerben.

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