1. Berührende Schicksale

    Gäste beim Awo-Seniorennachmittag berichten über Flucht

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    Augustdorf. Die Teilnehmer des Awo-Seniorentreffs haben von vier Flüchtlingen aus erster Hand erfahren, wie und warum diese nach Deutschland gekommen sind. Klaus Mai hatte die Syrer zum wöchentlichen Kaffeenachtmittag im Bürgerzentrum eingeladen.

    "Seit es die Flüchtlinge in Deutschland gibt, sind sie überall Gesprächsstoff", erklärt Mai. Auch die Augustdorfer Senioren beschäftigten sich mit den Menschen, die nun in Augustdorf leben und auf den Straßen der Gemeinde nicht zu übersehen seien. Sein Vorschlag, eine Gruppe in den Seniorentreff einzuladen, sei daher gut angekommen. Saad Abbas und Ninawa Isaac übersetzten die Berichte der Besucher über ihre Fluchtwege und -leiden. Abbas stammt aus dem Libanon, ist über die Schweiz nach Deutschland gekommen und lebt jetzt mit anderen Flüchtlingen in Augustdorf. Isaac hatte zum Deutschlernen mehrere Jahre als Helferin bei der Awo gearbeitet. Alaggan Eman und ihr Sohn Salam Manar sind aus der Region Damaskus in die Türkei geflohen. In Höhe von Izmir führte die Flucht über das Meer nach Griechenland. Diese Phase sei sehr schlimm gewesen, berichteten die beiden. Die Schilderung des weiteren Weges nach Deutschland fand einen Höhepunkt in einer kurzen und stockenden Beschreibung der Zeit in Ungarn. Alaggan Emans Ehemann lebt noch immer in Syrien in der Nähe des zerstörten kleinen Geschäftes der Familie. Die gesamten Ersparnisse wurden für die Flucht geopfert. Der zweite Sohn ist ebenfalls noch in Syrien, er wurde zum Militärdienst gezwungen. Arabi Ferhan hat sich vom Nordosten Syriens bis nach Istanbul durchgeschlagen. Der Weg von dort durch die weiteren Länder ist ihm zum größten Teil nicht präsent. Die Distanzen wurden auf einer Landkarte verdeutlicht. "Es müssen lange Phasen in geschlossenen LKW dabei gewesen", mutmaßt Klaus Mai. "Viele Senioren musstend dabei an die in einem LKW gestorbenen Flüchtlinge in Österreich denken." Die Frage nach ihrer Situation im Ort beantworteten die Gäste mit strahlenden Gesichtern: "Augustdorf ist gut." Alle Besucher seien von den Erlebnissen der Gäste sehr berührt worden, so Mai. "Alle im Saal hatten Verständnis dafür, dass die Menschen vor dem Krieg geflohen sind, zumal bei allen die Existenzgrundlage zerstört und Familienmitglieder getötet worden sind. Ein Senior bestätigte: "Wir sehen sie immer im Dorf, aber wir wussten ja eigentlich nichts von ihnen. Nun ist das etwas ganz anderes, nachdem wir mit ihnen über ihr Schicksal gesprochen haben."

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