Bad Salzuflen (la). War das erste Konzert der städtischen Reihe der Sinfoniekonzerte mit der Nordwestdeutschen Philharmonie (NWD) noch italienisch-französisch geprägt, geht es im zweiten Konzert der Reihe russisch zu: Das erste Cellokonzert von Dmitri Schostakowitsch und die fünfte Sinfonie von Peter I. Tschaikowsky werden am Samstag, 24. Oktober, um 19.30 Uhr in der Konzerthalle im Kurpark gespielt. Unter der Leitung von Chefdirigent Yves Abel konnte für das Cellokonzert Norbert Anger als Solist verpflichtet werden, der als einer der herausragenden Interpreten seines Faches gilt. Karten gibt es an der Theaterkasse der Kurverwaltung, Telefon 05222/952909, und bei der Bürgerberatung im Rathaus. Das erste Cellokonzert in Es-Dur (opus 107) von Dmitri Schostakowitsch aus dem Jahr 1959 gilt als Teil der musikalischen Abrechnung des Komponisten mit Josef Stalin, unter dessen Herrschaft die Kompositionen des Meisters als "volksfremd und formalistisch" galten. Das Cellokonzert lebt von frischen Rhythmen - die treibenden Bewegungen und der tänzerische Übermut des ersten und dritten Satzes stehen der Melancholie des zweiten Satzes gegenüber. Der atemlose Schlusssatz ist von sprühender Virtuosität geprägt. Tschaikowski schrieb seine fünfte Sinfonie in e-Moll (opus 64) im Jahre 1888 innerhalb weniger Wochen in seinem Landhaus, obwohl er sich selbst für "ausgeschrieben" hielt. Während die Uraufführung noch mäßig ausfiel, galt das Werk bald als eine der "bedeutendsten musikalischen Erscheinungen unserer Zeit". Tschaikowski bezeichnete seine "Fünfte" als "misslungenes Werk" (vor allem wegen des Finales), heute jedoch gehört sie zusammen mit der "Vierten" und "Sechsten" zu Tschaikowskis beliebtesten Sinfonien. Yves Abel feiert Erfolge sowohl im Konzertrepertoire als auch im Operngenre und war von 2005 bis 2011 Erster Gastdirigent der Deutschen Oper in Berlin. 2010 dirigierte er erstmals die Nordwestdeutsche Philharmonie mit großem Erfolg, so dass er 2013 erneut verpflichtet wurde. Diese erneute Zusammenarbeit führte zu einer Euphorie bei Orchester, Publikum und Presse, der die Verpflichtung als Chefdirigent folgte. Er ist zudem häufiger Gast der großen Opernhäuser der Welt und wurde für seine Verdienste 2009 von der französischen Regierung zum Chevalier de lOrdre des Arts et des Lettres ernannt. Der deutsche Cellist Norbert Anger machte bereits in frühen Jahren als Sieger internationaler Cellowettbewerbe auf sich aufmerksam. Mit dem Gewinn des Deutschen Musikwettbewerbes 2010 und als Preisträger der größten und renommiertesten Wettbewerbe weltweit tritt er seither auf den internationalen Konzertpodien in Erscheinung. Als Solist konzertierte er mit großen Klangkörpern in ganz Europa und widmet sich darüber hinaus intensiv der Kammermusik. Norbert Anger (Jahrgang 1987) spielt ein Violoncello von Andrea Guarneri (ex Ludwig Hoelscher) aus Cremona von 1691. Norbert Anger. Foto: Kermann
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Meisterwerke russischer Komponisten
Sinfoniekonzert der NWD mit Norbert Anger (Cello) und Yves Abel als Dirigent
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