Horn-Bad Meinberg (cp). Den Berufswunsch Lokführer oder Astronaut kann die Feuerwehr Horn-Bad Meinberg nicht wahr machen. Aber wer Feuerwehrmann werden möchte, ist hier richtig: Seit mittlerweile 25 Jahren begleitet die Freiwillige Feuerwehr Kinder und Jugendliche auf ihrem Weg in den aktiven Feuerwehrdienst. Am Wochenende wurde das Jubiläum der Jugendfeuerwehr gebührend gefeiert. Mit 24 Kindern und Jugendlichen von 10 bis 17 Jahren wurde die Jugendfeuerwehr im Herbst 1990 unter dem damaligen Jugendwart Hans Pflugner offiziell gegründet. Mittlerweile haben über 275 Jungen und Mädchen die Ausbildung in der Nachwuchstruppe durchlaufen, sie ist längst ein fester Bestandteil der Freiwilligen Feuerwehr Horn-Bad Meinberg. Feuerwehrleiter Stephan Beinker betonte in seiner Ansprache zum 25-jährigen Bestehen: "Die Jugendfeuerwehr ist unsere sechste Einheit, mit allen Rechten und Pflichten."
Bei der Jubiläumsfeier in der Feuerwache Bad Meinberg ergriffen auch viele Gratulanten das Wort. Thorsten Schäfer, stellvertretender Feuerwehrleiter und langjähriger Leiter der Jugendfeuerwehr, erinnerte in seiner Rede an gemeinsame Ferienfreizeiten oder Zeltlager im Waldstadion, verwies aber auch auf soziale Kompetenzen, die den Jugendlichen vermittelt werden: "Bei uns lernen die Jugendlichen, dass es noch etwas anderes gibt als Leistung und Erfolgsdruck, nämlich Gemeinschaft und Kameradschaft." In der Jugendfeuerwehr gehe es auch darum, die vermeintlich Schwächeren mitzunehmen und in der Gruppe zum Erfolg zu führen, ganz nach dem Grundsatz "Jeder ist für jeden da." Die Jugendfeuerwehr ist aber nicht nur sinnvolle Freizeitgestaltung, sie sichert auch den Fortbestand der Freiwilligen Feuerwehr. Denn viele, die heute gestandene Kameraden in der aktiven Wehr sind, haben einst im Kinder- und Jugendbereich angefangen. Ohne sie wäre die Lücke des fehlenden Personals noch größer, erklärte der stellvertretende Kreisjugendwart Detlef Kreutz. Und auch Feuerwehrleiter Stephan Beinker betonte: "Es ist wichtig, Jugendliche früh in unseren Reihen zu binden." Gelungen ist das beim aktuellen Jugendwart Marc Krüger, der im Altern von 10 Jahren eher zufällig zur Feuerwehr kam. "Ein Nachbar, der in der Diestelbrucher Wehr aktiv war, hatte vorgeschlagen, doch mal mitzukommen." Krüger ging mit – und blieb dabei. Bei Stellvertreterin Jana Hartmann-Paulsen, deren Vater Berufsfeuerwehrmann ist, war es dagegen "familiär vererbtes Interesse". Mit 10 Jahren trat sie als eins der ersten Mädchen in die Horn-Bad Meinberger Jugendfeuerwehr ein. "Auch viele Freundinnen waren dabei, und einige sind hängen geblieben", erinnert sie sich. Alle 14 Tage bitten Krüger und Hartmann-Paulsen die derzeit 47 Jungen und Mädchen zum Dienstabenden. Dann stehen das "kleine Einmaleins" der Feuerwehr, aber auch Sport und Spiele auf dem Programm. Was er bei den Treffen gelernt hat, durfte der Feuerwehrnachwuchs nun beim Tag der offenen Tür demonstrieren: Unter den Augen der Zuschauer wurde mit vereinten Kräften ein brennendes Häuschen gelöscht.
