1. Jugendherberge Horn nimmt Flüchtlinge auf

    Weitere Notunterkunft im Stadtgebiet geht kurzfristig an den Start

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    Horn-Bad Meinberg (cp). Die Jugendherberge in Horn wird zur Notunterkunft umfunktioniert. Vorerst bis Ende Januar werden dort statt Schulklassen oder Wanderurlaubern Flüchtlinge untergebracht.

    Das Haus am Waldrand in Horn bietet 123 Betten, die in den kommenden Monaten ausschließlich für geflüchtete Menschen zur Verfügung stehen. Noch sind keine Flüchtlinge vor Ort. "Sie ziehen ein, sobald das Personal und die dazu notwendige Technik steht", erklärt Prof. Dr. Klaus Kocks, Pressesprecher der Firma "European Homecare" (EHC), die den Betrieb der Einrichtung übernimmt. "Wir warten auf grünes Licht von EHC", bestätigt Ralf Ciekanowski von der Bezirkregierung Arnsberg, die NRW-weit für den Bereich Asyl zuständig ist. "Sobald die Betreuung steht, melden wir die freien Plätz an die Erstaufnahmeeinrichtungen." Dann könnten bereits am nächsten Tag die ersten Flüchtlinge in Horn eintreffen. Das Essener Unternehmen "European Homecare" mit rund 900 Mitarbeiter ist auf soziale Dienstleistungen spezialisiert und betreut nach eigen en Angaben derzeit über 15.000 Asylbewerber und ausländische Flüchtlinge in 90 Unterkunftseinrichtungen. Auch in der Jugendherberge in Horn wird sich EHC um die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung kümmern. Derzeit sucht das Unternehmen noch nach geeignetem Personal, die Vorstellungsgespräche laufen. Nach Angaben von Kocks werden in Horn künftig ein Hausleiter, acht Sozialbetreuer und ein Verwaltungsmitarbeiter beschäftigt. Außerdem sollen rund um die Uhr zwei Sicherheitsmitarbeiter vor Ort sein. Angesichts des großen Flüchtlingszustroms hatten die Behörden im Sommer auch das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) gebeten, freie Kapazitäten in Jugendherbergen zur Verfügung zu stellen. "Schon Anfang August war klar: Wir brauchen die Jugendherbergen", so Ciekanowski. In NRW stünden derzeit 30 Jugendherbergen als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung, in acht davon sei der Betrieb bereits gestartet. DJH-Präsidentin Angela Braasch-Eggert erklärte in einer Stellungnahme: "Wir haben uns gern dazu bereit erklärt, schließlich haben Jugendherbergen eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung. Das Deutsche Jugendherbergswerk fühlt sich verpflichtet, Menschen in Not zu helfen." Bauliche Veränderungen wird es in der Jugendherberge nicht geben. "Die Einrichtung der Jugendherberge wird so wie sie besteht, genutzt", so Kocks. Es werde eine Anlaufstelle installiert sowie ein Raum für medizinische Untersuchungen, eine Kinderspielstube und mehrere Tagesräume mit einem Fernseher für Erwachsene. "Geplant ist auch eine Kleiderkammer in der Jugendherberge, die erst nach dem Starttermin aufgebaut wird", erläutert der Pressesprecher weiter. Für die medizinische Versorgung würden mit Unterstützung des Gesundheitsamtes Lippe noch Ärzte akquiriert.

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