Augustdorf (hö). Was für ein Spektakel in Augustdorf! Tanzgruppen haben am vergangenen Sonntag bei der 171. Herbstkirmes wieder einmal den traditionellen Holzschuhtanz zelebriert. Tanzen können viele, doch was die Augustdorfer bei diesem Wettbewerb auf der Tanzfläche zeigen, übersteigt so manches mal die Vorstellungskraft der Zuschauer.
Unter dem Motto "Wenn dä Pappe mit dä Mamme no de Kermses chot" (für die Nicht-Lipper unter uns: "Wenn der Papa mit der Mama zur Kirmes geht") führten die Tänzer aller Altersgruppen den wohl schönsten Gebrauch der Holzschuhe vor und ließen den Boden der Festhalle vibrieren. Durch den Nachmittag führten die perfekt harmonierenden Moderatoren Ralf-Peter Krause und Fynn Rahlmeyer. Die Herbstkirmes begann wie üblich am Freitagnachmittag mit der Ehrung von Ehrenamtlichen im Bürgerzentrum. Abends ließen die Augustdorfer 600 Luftballons in den Himmel steigen, die "mit etwas Glück bis nach Paderborn geflogen sind", so Mitorganisatorin Iris Diekmann. Danach zogen die Gemeindemitglieder mit Fackeln und Laternen ausgestattet vom Rathaus zum Festplatz am Inselweg. Dort lockten am Samstag Flohmarkt und "Fair-Play-Fußballcup", Erbsensuppe und Kirmestrubel mit Fahrgeschäften und Fressbuden. Doch das Highlight des Wochenendes waren die Holzschuhtänzer am Sonntagnachmittag. Angeführt vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Schlangen unter Leitung von Markus Nettelbeck zogen die Tanzgruppen in einem festlichen Marsch über die Kirmes in die schon von sehnsüchtig wartenden Zuschauern gefüllte Festhalle ein. Ob die Tänzer des Heimatvereins in ihren schicken lila Trachten, das Rewe-Team mit seinen rotgepunkteten Röcken, die Tanz- und Trachtengruppe, der FC Augustdorf unter dem Motto "Alte Herren und junge Frauen", die Löschtänzer der Feuerwehr, die Kempo-Gruppe der TuSG, bei der dieses Jahr die Damen die Hosen an hatten, oder die "Paragraphenreiter" in ihren Jutesack-Trachten – alle Teilnehmer hatten sich speziell und raffiniert in Szene gesetzt. Eröffnet wurde der Holzschuhtanz mit einer Aufführung der "Schulis" aus dem Evangelischen Familienzentrum. Der gemeinsame Tanz aller Tanzgruppen war dann nur ein Vorgeschmack auf die Hauptattraktion: Im Wettbewerb präsentierten die Teilnehmer in drei Gruppen vor den kritischen Augen der fünfköpfigen Fachjury ihr Können. Diese unabhängigen Preisrichter waren zuvor von den beiden Moderatoren aus den Reihen der zahlreichen Zuschauer ausgewählt worden und hatten die schwere Aufgabe, aus vielen tollen Teams den Sieger zu küren. Die Zeit des Wartens auf das Ergebnis verkürzten die Cheerleader "Little Angels" mit einer akrobatischen Tanzeinlage. "Es war echt nicht leicht zu entscheiden, wer dieses Jahr gewinnt. Alle Tänzer sind so einzigartig und speziell in ihrem Outfit", resümierte einer der Preisrichter im Anschluss. Doch am Ende ging der "Goldenen Holzschuh" verdient an die Tanz- und Trachtengruppe – sicher auch eine Anerkennung für ihre seit 45 Jahren anhaltende Teilnahme.
