Leopoldshöhe. Die Tat liegt shon einige Monate zurück: Im Juli dieses Jahres führten Polizeibeamte aus Bad Salzuflen eine Geschwindigkeitsmessung in Leopoldshöhe-Greste durch. Einer der betroffenen Temposünder , der mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs war, reagierte allerdings nicht auf die Anhalteversuche der Polizei.
Die Beamten wollten den Mercedes nach der Geschwindigkeitsmessung und dem festgestellten Fehlverhalten stoppen, um den Fahrer zu kontrollieren. Trotz mehrmaliger deutlicher Anhaltezeichen stoppte der Mann jedoch nicht. Vielmehr fuhr er mit unverminderter Geschwindigkeit weiter auf einen der Polizisten zu. Dieser konnte sich im letzten Moment nur durch einen Sprung zur Seite retten. Kurze Zeit später meldeten die Tochter und der Sohn des Fahrzeughalters das Auto als gestohlen. Etwa zwei Stunden nach dieser Anzeigeerstattung wurde das Auto durch den Sohn und einen Freund unweit vom Kontrollort aufgefunden. Bei der Spurensicherung im PKW fanden die Ermittler der lippischen Kripo schließlich Beweismittel, die den Sohn als Fahrzeugführer bei der Geschwindigkeitsmessung überführten. Dieser ist seit mehreren Jahren nicht im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis. Das hinderte ihn jedoch nicht daran, auch nach dieser Tat noch mindestens vier Mal unerlaubt mit einem Auto zu fahren. Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der 23-jährige Leopoldshöher vor Erreichen des kontrollierenden Polizeibeamten seine Fahrt noch einmal beschleunigte und somit gezielt auf diesen zu fuhr. Das Amtsgericht Detmold erließ gegen den Fahrer einen Untersuchungshaftbefehl wegen versuchten Mordes. Dieser wurde nach wenigen Tagen gegen Zahlung einer Kaution außer Kraft gesetzt.