Schieder-Schwalenberg (lig). Es sind die letzten Tag für Jörg Bierwirth als Kämmerer in Marienmünster. Am kommenden Mittwoch wird er seinen ersten Arbeitstag als neuer Bürgermeister von Schieder-Schwalenberg haben. Lippe aktuell wollte von ihm wissen, wie es ihm seit seinem Wahlsieg ergangen ist und welche Ziele, nach ersten Einblicken in Schieder-Schwalenberg, ganz oben auf seiner Agenda stehen.
? Herr Bierwirth, einige Wochen sind jetzt ins Land gezogen nachdem Sie die Bürgermeisterwahl gewonnen haben. Wie geht es Ihnen heute? Bierwirth: Mir geht es heute nicht anders als vor der Wahl. Durch den Wahlsieg bin ich ja kein anderer Mensch geworden und ich hoffe, dass das auch so bleiben wird. Ich bin noch bis zum 20. Oktober als Kämmerer in Marienmünster tätig und aufgrund der umfangreichen Aufgaben konnte ich mir auch keine freien Tage leisten. Und weil ich am 20. Oktober auch noch eine Ratssitzung in Marienmünster habe, werde ich also bis spätabends meine Pflicht dort erfüllen. Am nächsten Tag beginnt dann mein Dienst in Schieder-Schwalenberg –übrigens auch schon mit einem vollen Terminkalender und der Ratssitzung am Abend. ? Wie waren die Wochen seither für Sie? Bierwirth: Die letzten Wochen waren ziemlich arbeitsintensiv. Zum einen habe ich ja nicht gerade ein kleines Aufgabengebiet als Kämmerer in Marienmünster, daneben muss ich meinen Nachfolger dort einarbeiten. Aber natürlich werde ich auch in Schieder-Schwalenberg in viele Entscheidungsprozesse eingebunden, werde zu Veranstaltungen eingeladen und um Gesprächstermine gebeten. Insbesondere die zahlreichen Gesprächstermine sind doch sehr zeitaufwendig. Insgesamt macht es aber Spaß und ich habe das Glück viele neue Menschen kennenzulernen. Das betrachte ich durchaus als Privileg. ? In den vergangenen Wochen konnten Sie sich ja schon ein bisschen einarbeiten. Welchen Eindruck haben Sie von der Situation der Stadt Schieder-Schwalenberg gewonnen? Bierwirth: Eine wirkliche Einarbeitung konnte bisher leider nicht erfolgen, da mir dazu einfach die Zeit fehlt. Das wird am ersten Arbeitstag daher eher ein Sprung ins kalte Wasser. Aber natürlich erhalte ich von Gert Klaus und den Fachbereichsleitern alle relevanten Informationen und in der Verwaltung begegnet man mir mit einer lobenswerten Offenheit. Gert Klaus hat mir seine Unterstützung auch nach meinem Amtsantritt angeboten und ich werde sie sicherlich auch in Anspruch nehmen. Das ist alles andere als selbstverständlich und ich bin sehr froh darüber. Im Übrigen ist jedem Interessierten die Situation der Stadt hinlänglich bekannt. Meine Einschätzungen der Probleme haben sich eher bestätigt und stellen sich – diplomatisch ausgedrückt – als eine interessante Herausforderung dar. Leider ist es immer noch so, dass wir zwar alle an einem Strick ziehen, nur leider nicht am gleichen Ende. ? Welche Herausforderungen stehen aufgrund ihres Eindrucks ganz oben auf Ihrer Agenda? Bierwirth: Leider haben sich in den letzten Monaten einige Probleme aufgestaut und es sind neue Probleme hinzugekommen. Allein die Diskussion um die Schlossparkschule und die Herausforderungen um die Flüchtlingsunterbringung dürften in den nächsten Wochen erhebliche Kräfte binden. ? Wird es Veränderungen oder Neuheiten unter ihrer Leitung geben? Bierwirth: Die zahlreichen Gespräche, die ich mit den Bürgerinnen und Bürgern geführt habe, haben mir bestätigt, wie wichtig der direkte Kontakt mit ihnen ist. Diese Kontakte sind eine wichtige Informationsquelle und sind hilfreich für die Arbeit im Rathaus. Auch ist es so möglich, Verständnis und Akzeptanz für verschiedene Entscheidungen zu fördern. Ich möchte daher eine so genannte Bürgersprechstunde einführen. Wichtig ist mir dabei allerdings, dass die Bürger nicht ins Rathaus kommen müssen, sondern dass ich zu den Bürgern gehen werde. Meine Vorstellung ist es, dass ich immer mal wieder solche Bürgersprechstunden in den Ortsteilen anbieten werde. Hier soll nach Möglichkeit natürlich nicht nur rumgemeckert werden, auch wenn es manchmal notwendig ist, einfach mal Dampf abzulassen. Schön wäre es vielmehr, wenn es gelänge, bei diesen Bürgersprechstunden Informationen und Ideen auszutauschen. ? Am 21. Oktober treten Sie Ihr Amt als Bürgermeister an. Was werden Ihre Ziele sein. Wo soll Schieder-Schwalenberg 20. Oktober 2020 stehen? Bierwirth: Auch wenn es ein Thema ist, mit dem man niemandem hinter dem Ofen hervorlockt: Die Finanzprobleme sind das alles überragende Thema und müssen Schritt für Schritt gelöst werden. Mein Wunsch ist es, dass am 20.Oktober 2020 die Bürger das Gefühl haben, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Heute ist es leider so, dass sich Rat und Verwaltung oftmals als Mannschaften verstehen, die gegeneinander spielen. Ich hoffe, dass wir es schaffen, dass wir uns – bei allen Meinungsverschiedenheiten in der Sache – zukünftig als ein Team verstehen. Wenn uns das gelingt, dann werden wir in fünf Jahren zwar nicht alle Probleme gelöst haben, aber Schieder-Schwalenberg wird eine Stadt sein, mit der es bergauf geht.
