LAUENAU (al). Ein 44-jähriger Mann aus Lauenau sitzt weiterhin in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, am 27. Mai Ines K. in dem Wohn- und Geschäftshaus in der Carl-Sasse-Straße 2 umgebracht zu haben. Auf den Tag genau vier Monate nach der Tat war er am vorletzten Mittwoch von der Polizei festgenommen und in Handschellen abgeführt worden. Einige Zeugen wollen wissen, dass es sich um den Ehemann der Getöteten gehandelt habe. Die Staatsanwaltschaft Bückeburg bestätigt dies aus Gründen des Personenschutzes nicht. Wo sich der Verdächtige derzeit befindet, wurde ebenfalls nicht mitgeteilt. Pressesprecher Nils-Holger Dreißig erneuerte jedoch bisherige Aussagen, dass gegen den Mann "ein dringender Tatverdacht" bestehe. Deshalb sei der Haftbefehl erwirkt worden. Über die konkreten Gründe, die durch die bis zu 18 Personen bestehende Mordkommission "Kamin" ermittelt wurden, machte er keine näheren Angaben.
Derzeit habe der Verteidiger des Beschuldigten Einsicht in die "sehr umfangreichen Akten" erhalten. Sofern dieser sich zur Sache erklärt, seien gegebenen Falls weitere Ermittlungen erforderlich – im Bedarfsfall wiederum von der Polizei. Dreißig rechnet mit einer Äußerung wohl im Laufe dieser Woche. Nehme der Verdächtige jedoch sein Recht zum Schweigen in Anspruch, werde "voraussichtlich noch im Oktober" Anklage erhoben. Maximal darf die Untersuchungshaft sechs Monate bis zum Beginn der Hauptverhandlung dauern. Unterdessen hat der Lauenauer Pastor Dieter Meimbresse trotz der Festnahme des 44-Jährigen und auch vor dem Hintergrund anhaltender Gerüchte erneut vor einer Vorverurteilung gewarnt. Zugleich dementierte er einen Zeitungsbericht, nach dem er einen Antrag zum Besuch des Beschuldigten gestellt habe. "Wenn er das selbst will, gehe ich auch hin", erklärte er gegenüber dieser eitung, "aber der Wunsch muss von ihm kommen."